BOOKS LATELY: Der Liebesbrief Prozess der Plastikstädte verspielt sein Herz

Elkeles, Simone - "Herz verspielt"
Simone Elkeles ist für mich die Königin, was den Contemporary Romanbereich angeht. Die "Nur ein kleiner Sommerflirt"-Trilogie rund um Amy und Avi gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern und brachte mich sowohl zum Lachen als auch zum Weinen (kleine Leseempfehlung eingeschoben check!). "Herz verspielt" spielt im Vergleich leider in einer niedrigeren Liga, sodass man die Erwartungen nicht ganz so hoch schrauben sollte. Ansonsten erfüllt es das, was man sich von einer leichten Liebesgeschichte für Sommerabende erhofft. Es erzählt die Geschichte von Footballspielerin Ashtyn, deren Leben durch instabile Familienverhältnisse schon immer am seidenen Faden hing. In ihrer Liebe zu Football findet sie somit eine Leidenschaft, die sie den Alltag vergessen lässt. Ähnlich geht es Derek, welcher von seiner alten Privatschule fliegt und Hals über Kopf nach Chicago ziehen muss. Wie für Elkeles typisch, ist auch dieser männliche Protagonist ein Frauenheld mit Waschbrettbauch, markanten Gesichtszügen und einem losen Mundwerk. Insgesamt ein unterhaltsamer und humorvoller Roman, der mich allerdings weder abhängig gemacht hat noch aus den Socken gehauen hat. Für Elkeles Fans aber einen Blick wert.

Kafka, Franz - "Der Prozess"
JAP, ihr habt richtig geraten - Schullektüre. Ich bin einer der Menschen, der unglaublich gerne Klassiker liest und der Meinung ist, dass das zur Allgemeinbildung gehört. Deshalb habe ich mich wahnsinnig gefreut, etwas von Kafka zu lesen, da dieser unter den bekanntesten Autoren zählt (obwohl er das ziemlich unfreiwillig wurde - seine Texte wurden gegen seinen Willlen NACH seinem Tod veröffentlicht!). Nach der Lektüre muss ich sagen, dass ich ein klitzekleines Bisschen enttäuscht bin. Viele Stellen finde ich zwar ziemlich gut und vielschichtig, allerdings habe ich das Gefühl, dass mir der Zugang zu seiner Intention noch etwas verwehrt geblieben ist... Hoffen wir, dass sich das nach ein paar intensiven Deutschstunden ändert, denn ich will Kafka unbedingt mögen (wenn ihr versteht, was ich meine!).

Han, Jenny - "To all the boys I've loved before"
Dieses Buch ist das Äquivalent eines süßen Blaubeer-Cupcakes mit rosarotem, zuckrigen Topping, eingepackt in einer gepunkteten Muffinform. Eine gemütlichere, tröstendere und mädchenhaftere Geschichte, als die von Lara Jean habe ich noch gelesen, was wohl vor allem an der Protagonistin selbst liegt, die einem personifiziertem Smartieeis entspricht. Lara Jean ist ein heimisches, sympathisches Mädchen, welches zusammen mit ihren beiden Schwestern ein unschlagbares Team bildet... bis Margot die Schule abschließt und beschließt in Schottland zu studieren. Für Lara Jean bedeutet das Verantwortung zu übernehmen - für ihre kleine Schwester, ihren Vater und Josh, den (jetzt) Exfreund ihrer Schwester. Dabei muss sich Lara Jean zusätzlich mit ihren Gefühlen auseinandersetzen und erlebt ein Disaster nach dem anderen, als all die geheimen Liebesbriefe, die sie vergangen Schwärmen schrieb, aber nie abschickte, schließlich die Adressaten erreichen. 
Autorin Jenny Han arbeitet hier mit leisen Tönen, welche dennoch durch unglaublich viel Aussagefähigkeit, Charme und Unterhaltungswert punkten können. Der Plot ist bodenständig und bietet keine großen Sensationen, dennoch ist Lara Jeans Leben nicht gewöhnlich, sondern hält viele kleine Wunder bereit, die man als Leser lieben lernt. Erwartet man keine großen Stunts und hält Ausschau nach den bezaubernden Zitaten und Botschaften zwischen den Zeilen, dann wird man "To all the boys I've loved before" in vollen Zügen genießen.

Green, John - "Paper Towns"
Hach, wie soll ich das nur so ausdrücken, dass ich den John Green Anbeterinnen nicht auf den Schlips trete. Ich mag keine John Green Romane. So, jetzt habe ich es schon so oft laut ausgesprochen und ins Internet geschrieben, dass ich gar keine Angst mehr vor der Erkenntnis habe. "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist ganz ordentlich, konnte in meinem Leserherz aber keinen besonderen Eindruck hinterlassen. "Eine wie Alaska" entpuppte sich als riesengroße Enttäuschung! und ließ mich in dem Glauben zurück, John Green und ich würden keine Freunde mehr werden. Mit dem Lesen von "Paper Towns" hinterfragte ich diese Aussage und bestätigte sie im gleichen Zuge wieder, denn die Art wie John Green die Welt sieht, ist nicht dieselbe, mit der ich leben möchte. Nicht falsch verstehen - ich gebe zu das Leben ist oft so hart und schroff, wie Green es darstellt und über seinen Humor kann ich auch herzhaft lachen, ABER bin ich die Einzige, die eine unendlich tiefe Traurigkeit in seinen Worten entdeckt? Kommt es nur mir so vor, als würde hinter diesen ganzen oberflächlichen Witzen eine pessimistische Welteinstellung stecken und eher eine Abfindung mit den Tatsachen, als Hoffnung auf etwas Besseres? Ich kann verstehen, was andere daran finden, aber mich machen diese Romane weder glücklich, noch tieftraurig - sondern lassen mich stattdessen mit flauem Magen, bitterem Nachgeschmack und verwirrtem Gesichtsausdruck zurück. Konkret zu "Margos Spuren": Die Idee ist fantastisch, die Charaktere facettenreich und eine lebenswichtige Botschaft gibt es to go: "Erwarte nicht, dass die anderen sind wie du." Wäre das alles nicht im John Green Stil geschrieben, dann könnte diese Geschichten sogar zu meinen Lieblingen gehören.


Welche Bücher habt ihr zuletzt gelesen und welche davon würdet ihr weiterempfehlen? 
Kennt ihr eins der erwähnten Bücher? Habt ihr etwas von Kafka gelesen?
Seid ihr #TeamJohnGreen oder #ehernicht? xxx, Ana
Kommentare on "BOOKS LATELY: Der Liebesbrief Prozess der Plastikstädte verspielt sein Herz"
  1. Hallo Ana! :-)

    Es ist doch verrückt, als Buchbloggerin sollte man doch eigentlich viel ähnliches lesen, nicht wahr? Und trotzdem stoße ich bei dir immer wieder auf neue Romane, die ich gerne lesen möchte. Aus diesem Grund mag ich diese Art von Posts auch besonders gerne. Vielleicht sollte ich mich dann doch mal an die Trilogie von Elkeles wagen und es mit Jenny Han versuchen. Für den Sommer erscheinen mir diese Autorinnen perfekt.
    Von den vorgestellten Büchern habe ich bisher nur "Paper Towns" gelesen. Hm, was soll ich sagen? Ich muss mich ja als totaler John Green Fan bekennen, aber ich kann auch deine Meinung sehr gut verstehen. Du schreibst, dass du hinter Greens Worten eine tiefe Traurigkeit verspührst und da kann ich dir nur zustimmen. Gerade das hat es mir persönlich angetan, denn für mich versprühen diese Bücher eine enorme Tiefe und zeigen, dass das Leben eben nicht nur ein Ponyhof ist. Sie regen mich zum Nachdenken an und lassen mich auch so zurück, nachdenklich, ja und vielleicht auch mit diesem flauen Gefühl im Magen, wie du es hast. Ich denke, Greens Bücher wollen nachklingen, einen so zurück lassen.
    Ich finde es aber ja wirklich bewundernswert, dass du es nach zwei "Flops" trotzdem noch mit "Margos Spuren" versucht hast. Und das ist das schöne an Büchern: dass sie auf jeden anders wirken, jedem anders gefallen. :-)

    Liebste Grüße,
    Franzi
    himmlischerfedertraum.blogspot.de

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  2. ENDLICH! Endlich endlich endlich noch jemand, der John Green auch nicht unbedingt berauschend findet! :D
    "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" fand ich okay, mehr aber auch nicht. "Looking for Alaska" war schlicht grauenvoll und ich glaube, ich habe es nicht mal zu Ende gelesen. Ich weiß auch nicht, aber irgendwie können mich seine Bücher nicht so recht fesseln - kann an den Charakteren liegen, die kommen mir immer schrecklich "unecht" vor!
    Kennst du die "Du oder..." Reihe von Simone Elkeles? Mochte ich auch sehr sehr gerne! :)

    Liebe Grüße!

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