Ein paar Buchige Worte zu "The Lost Hero" und Rick Riordans Schreibfeder

Der Himmel ist grau und der Wind beißend. Die trockene, kalte Atmosphäre stimmt einen trübe und man kommt nicht in Fahrt. Man fragt sich "Wo ist meine Motivation, meine Produktivität geblieben?" Irgendwo auf dem Nachhauseweg muss man sie fallengelassen haben und da ist sie dann in einer besonders tiefen Pfütze untergegangen. Und da sitzt man nun, plötzlich gar nicht inspiriert von der Umwelt und Wärme in allem Möglichen suchend. Der beste Ort um diese Wärme schnell zu finden, ist nach meiner Erfahrung der Schoß von Geschichten. Keine oberflächlichen, spaßigen Mädelstratschabenteuer, sondern Geschichten, die von Helden handeln. Da mag der eine oder andere schmunzeln, aber was erinnert einen mehr an die Kindheit und ist abenteuerlicher als wahre Helden voller Tugend, Mut und Spannung verbunden mit menschlicher Schwäche?

Als ich letztens "The Lost Hero" von Rick Riordan gelesen habe, ist mir aufgefallen wie sehr ich solche Geschichten vermisst habe. Griechische Mythologie war schon immer meine Schwäche und gepaart mit dem Zeitgenössischen Charme und ein bisschen Humor hat mich schon "Percy Jackson" mit Aphrodites Pfeilen getroffen. Dann ist der Hype untergegangen, mein damaliger Lieblingsautor in Vergessenheit geraten, um mich jetzt wieder vollkommen in seinen Bann zu ziehen. Wer noch nie etwas von "Percy Jackson" gehört hat, verpasst einen ganz eigenen wunderschönen Lesegenuss. "The Lost Hero", der erste Teil einer zweiten Reihe um die Halbgötter des Camp Halfbloods, steht dem in nichts nach und ist genauso einnehmen und spannend, wie auch die erste Reihe aus Rick Riordans Feder.

Zum einen ist auch hier eine große Prise des Riordi'schen Charms sehr präsent. Im Vergleich zu den original Griechischen Mythen ist hier eine amüsante und unterhaltsame Lockerheit im Spiel, die es ganz natürlich schafft unglaublich gute Laune zu machen. Riordans Humor ist nämlich freundlich (so würde ich ihn beschreiben) und dennoch sehr direkt. Die Charaktere nehmen sich nicht gerade selten selbst auf den Arm und kommen in den riskantesten Momenten auf die witzigsten und typisch jugendlichen Gedanken. Das steuert im gleichen Zug auch viel zu der Sympathie bei, die ich allen Hauptcharakteren gegenüber empfinde - sie sind nicht die durch und durch erwachsenen Helden, die Superhirne, die alles meistern. Riordan lässt viel Menschlichkeit durchschimmern, was es erlaubt sich mit den Halbgöttern zu identifizieren. 


Dennoch wirkt der Roman nicht lächerlich, sondern ist dennoch spannend und betont die Ernsthaftigkeit der Handlung. Es handelt sich immernoch um viele gefährliche Hindernisse, die die Protagonisten händeln müssen - immer angelehnt an griechische Mythen. Ich kann immer wieder betonen, wie gut Riordans Entscheidung ist genau diese Vorlagen zu verwenden, denn kaum sonst wo findet man eine solche Vielfalt an Geschichten, die alle untereinander und mit der realen Welt verknüpft sind. Fünf Percy Jackson Romane und immernoch genug Plotstoff für eine weitere Reihe - das spricht schon für sich. Wer sich mit der Griechischen Mythologie auskennt wird wohl über die eine oder andere Adaption schmunzeln, aber bekennen müssen, dass einige Ideen schlichtweg genial sind. 

Als letzten Punkt dieser unglaublich langen Lobrede (verzeiht mir) um Rick Riordans Reihen, muss noch die Vielseitigkeit und Tiefe des Plots in den Fokus gerückt werden. Jeder Gott steht für einen Bereich unseres Lebens und wird in den Romanen ziemlich objektiv abgehandelt: Keiner wird als gut und keiner als Böse abgestempelt - jeder verkörpert zwei Seiten derselben Medaille. So zum Beispiel Aphrodite, die in meinen Augen oft sehr oberflächlich und uninteressant davonkam. Riordan verleiht in "The Lost Hero" eine ganz neue Sicht auf sie und schenkt dem Leser Perspektive. Etwas, was unglaublich viel Wert besitzt.


Und was will ich euch mit diesem langen Beitrag sagen? Rick Riordans Bücher um die Griechische Mythologie sind fanastisch. Die Umsetzung ist brillant und macht unglaublich viel Spaß - ob man 11 ist oder 20. Eine Leseempfehlung, die wirklich von Herzen kommt.
Kommentare on "Ein paar Buchige Worte zu "The Lost Hero" und Rick Riordans Schreibfeder"
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    1. hihi dass das von dir kommt war soooo klar :)

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    2. Warum war das wohl klar? ;) Ich komm nicht drauf. :P

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  2. Ich liebe liebe liebe Rick Riordan so sehr :D
    Ich lese gerade den vierten Band der Reihe auf deutsch
    "Helden des Olymp - Haus des Hades"

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    1. Ich auch!
      Oh ja ich bin mit meiner Verliebtheit wohl ziemlich spät, hehe ;)

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  3. Ich glaube, dass dir jeder, der schon mal ein Buch von Rick Riordian in der Hand hatte, zustimmen wird!
    Liebe Grüße, Miri von a thousand in one

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  4. Ich finde es herzerwärmend, dass du die Bücher anscheinend wirklich so toll findest; bei mir hat es nicht so gut funktioniert. Ich lese die PJ-Reihe schon laaange, hab also wirklich mit 12/13 mit dem ersten Band angefangen und damals fand ich das totaaal cool. Jetzt bin ich 16 und hab grad den vierten Band beendet (ja, eilig hab ichs mit Reihen nicht :D) und fand ihn überraschend gut (4 Sterne), besonders, da ich nach dem dritten Band, der mir echt gar nicht gefallen hat, einen weiteren Abstieg gefürchtet habe. Für mich ist die Reihe allerdings reinste Unterhaltung und ich finde sie weder "deep", noch kann ich mir besonders viel aus ihnen mitnehmen. Das klingt jetzt alles sehr abwertend haha, aber für mich hat PJ eben weniger einen wirklich tiefgehenden Wert als vorwiegend unterhaltenden Charakter! Und man muss ja nicht immer anspruchsvolle Literatur lesen ;) Ich habe aber das Gefühl, langsam zu alt für den Stil zu sein ...

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    1. Herzerwärmend?
      Naja im Endeffekt hat jedes Buch auf jede Person eine ganz andere Wirkung - mir gefällt es genauso gut wie mit 12-13 nur auf eine andere Art und Weise. Ich finde es gibt Bücher, die vorgeben von hohem Niveau zu sein indem die Sprache total ausgeschmückt wird usw. auch wenn hinter den Worten gar nichts steckt - diese werden dann immer auch gehypt obwohl sie einfach nur aufgesetzt sind. PJ finde ich auf seine unterhaltende schlichte Art sehr ehrlich und als Fan der Mythologie auch mit vielen tieferen Lebensweisheiten ausgestattet. Aber naja, auf jeden wirkt es wie gesagt anders ;) Nur kann man nie sagen, dass man zu alt für den Stil ist ;) :D

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