[REZENSION] The Scorpio Races / Rot wie das Meer von Maggie Stiefvater

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Jedes Jahr im November wird die Insel Thisby von Capaill Uisce heimgesucht, Meereswesen, die in Gestalt wunderschöner Pferde Tod und Verderben bringen. Schnell wie der Seewind und tückisch wie das Meer, ziehen sie die Menschen in ihren Bann.
Wie viele junge Männer der Insel fiebert auch Sean Kendrick dem Skorpio-Rennen entgegen, bei dem sie auf Capaill Uisce gegeneinander antreten. Nicht wenige bezahlen dafür mit ihrem Leben.
Das diesjährige Rennen aber wird sein wie keines zuvor: Als erste Frau wagt Puck Connolly, sich einen Platz in dieser Männerwelt zu erkämpfen. Sie gewinnt den Respekt von Sean Kendrick, der ihr anfangs widerwillig, dann selbstlos hilft. Schließlich fällt der Startschuss und auch diesmal erreichen viele Reiter nicht das Ziel. Ihr Blut und das ihrer Capaill Uisce färben die Wellen des Meeres rot …

It is the first day of November and so, today, someone will die.
 Even under the brightest sun, the frigid autumn sea is all the colors of the night: dark blue and black and brown. I watch the ever changing patterns in the sand as it's pummeled by countless hooves.

Seit dem Tod ihrer Eltern ist für Puck Connolly nichts wichtiger als der Zusammenhalt zwischen ihr und ihren beiden Brüdern. Sich nie im Stich zu lassen ist ihre oberste "Connolly-Regel". Als ihr älterer Bruder Gabe jedoch beschließt die Insel Thisby zu verlassen und damit auch sie und ihren jüngeren Bruder Cole, gerät ihre Welt aus allen Fugen. Um Gabe zum Bleiben zu überreden und das Haus ihrer Eltern finanzieren zu können, meldet sich Puck mit ihrem Pferd Dove prompt bei den Skorpio-Rennen an, die jeden November auf Thisby stattfinden.
Dieses Rennnen ist jedoch auch für gute Reiter alles andere als harmlos: Wenn jedes Jahr die Capaill Uisce, eine Art Seepferde, hungrig an die Küste kommen, geht es darum sich eines zu fangen, zu zähmen und das Rennen zu überleben. Sean Kendrick ist vierfacher Sieger des Rennens und auf der Insel in aller Munde, da keiner die Pferde so gut kennt wie er. Doch dieses Jahr steht für Sean zum allerersten Mal wirklich etwas auf dem Spiel
Komischerweise schließen sich die beiden für das Training zusammen und kommen sich immer näher. Die Sorgen des anderen werden ihnen immer wichtiger, aber zuletzt müssen auch sie akzeptieren, dass nur einer als Sieger des Skorpio-Rennens hervorgehen kann.


Wenn draußen das Gewitter tobt und die Regentropfen sich am Fensterglas ein Wettrennen liefern, wie die Capaill Uisce an der Küste von Thisby, dann kann der Tag nur noch mit einem Roman wie "Rot wie das Meer" gerettet werden. Es ist ein Roman für die Zeiten, in denen man von einer Geschichte komplett verschlungen werden möchte und sich nicht davor fürchtet in den Emotionen zu ertrinken. Ja richtig, "Rot wie das Meer" besticht nicht nur mit einem sonderbar aufwühlenden Titel und mysteriösen Cover, sondern auch mit ein paar Seiten, die zu Herzen gehen.

Normalerweise weiß ich ganz genau, was mir an einem Roman gefällt, welche Charaktere mich fesseln können, welche Themen mich eher wegstoßen. Dazu gehören zum Beispiel regnerische Atmosphären, Protagonistinnen, die ihre Zeit nur mit Jungs verbringen, kitschige Pferdeerzählungen und Typen, die kaum ein Wort rauskriegen. Mischt man all diese persönlichen "No-Gos" zusammen, so erhält man am Ende genau den Roman, den ich niemals anfassen würde. Gut, dass ich es doch gemacht habe, denn nach ein paar zahmen Worten vermischen sich so viele Themen zu dieser Geschichte und bäumen sich über dem Leser auf, wie die wilden Pferde auf Thisby.

Dabei bin ich nicht mal ein großer Fan von Kate/Puck Connolly, denn sie sürtzt sich direkt in das Rennen ohne darüber nachzudenken. Sie hat bei ihrer Anmeldung kaum Zweifel, auch wenn sie es sollte, was ihr unrealistische Züge verpasst und ich sie irgendwie nicht zu einem Menschentypen einordnen konnte. Und auch Sean ist weder witzig, noch irgendwie kämpferisch oder besonders gut aussehend beschrieben. Was die beiden dennoch zu begehrenswerten Protagonisten macht, ist, dass sie so unglaublich schlicht und leidenschaftlich zu gleich sind. Stiefvater lässt die Stille schreien, was wohl das Motto ihres Romanes sein könnte. Kate will unter allen Umständen ihre Familie zusammenhalten, Sean will Corr nicht verlieren. "Rot wie das Meer" spricht von dem Schicksal, dass genau die beiden ungleichen und doch so ähnlichen Menschen aneinanderschwappen lässt. Doch ist die Liebesgeschichte zwischen Sean und Puck nicht der Leuchtturm der Geschichte, viel mehr ist sie die Farbe des Himmels über dem Meer - unscheinbar und schön.

Stiefvater spricht in "Rot wie das Meer" aber auch über die Liebe zur Schönheit, egal wie viel Gefahr dahintersteckt. Die Liebe zum Meer bei Gewitter, aber auch die Angst davor. Die Bewunderung der Capaill Uisce, aber auch die Gefahr und das Leid, das sie mit sich bringen. Irgendwie ist alles miteinander verworren, die Situation total paradox und undurscheinbar und doch so aufregend, dass man "Rot wie das Meer" nicht weglegen kann, da die Atmosphäre in Intensität getränkt ist. Hervorrgehend aus den unzähligen Mythen und Legenden über die Geheimnisse der See, entsteht hier eine fesselnde Grundgeschichte, die an der einen oder anderen Stelle recht brutal und erbarmungslos scheint, aber auch umso stiller ist und mir mit flüsternden Worten gegen Ende immer weiter die Tränen in die Augen trieb.

"Rot wie das Meer" ist fantastisch und perfekt für regnerische, kalte Tage. Thisby ist vielleicht kalt und arm und gefährlich, aber sie ist eine Heimat - mag sein, dass man sich deshalb so wohl in der Geschichte fühlt. Auch Sean und Puck lernt man trotz ihrer untypischen Eigenschaften und Eigenarten lieben und. Mit einer Prise Spannung, einem Glas flüsterndem Drama und einer großen Tasse Liebe (ich meine nicht die Liebe zwischen Puck und Sean) ist "Rot wie das Meer" eine Rarität zwischen den ganzen Jugendromanen. Absolute Leseempfehlung!

Maggie Stiefvater, geboren im November 1981 in Virginia, verlebte eine nach eigenen Worten sehr chaotische aber sehr kreative und musisch geprägte Kindheit und Jugend. Nach dem College versuchte sie u.a. als Kellnerin, Zeichenlehrerin beruflich Fuß zu fassen. Doch sehr bald schon meldeten sich ihre kreativen Talente und verlangten, ausgelebt zu werden - zunächst als Musikerin und Songwriterin, dann zunehmend als bildende Künstlerin. Für ihre künstlerischen Arbeiten wurde sie inzwischen mit einigen wichtigen Preisen ausgezeichnet. Seit 2007 hat sich Stiefvater aufs Schreiben konzentriert und zählt inzwischen zu den erfolgreichsten Autorinnen der Dark-Fantasy. Zu ihren bekanntesten Werken zählt die Fantasy-Trilogie um das Mädchen Mercy. Auf Band 1 "Nach dem Sommer" folgte mit "Ruht das Licht" die Fortsetzung der Reihe, ehe mit dem dritten Band "In deinen Augen" die Trilogie 2012 beendet wurde. Im November erscheint ihr aktueller Roman "Rot wie das Meer". [via lovelybooks]

Kommentare on "[REZENSION] The Scorpio Races / Rot wie das Meer von Maggie Stiefvater"
  1. Irgendwie verwirrt das Buch mich schon bevor ich es gelesen habe. xD
    Ich meine, auf der einen Seite spricht es mich nicht wirklich an (z.B. wegen der von dir beschriebenen No-Gos), auf der anderen Seite möchte ich es unbedingt lesen, gerade weil es so anders zu sein scheint, als die meisten Fantasy-Bücher. Und dass das Buch so viele überzeugen konnte, spricht auch für sich. ;)
    Jedenfalls möchte ich das Buch sehr gerne lesen und es freut mich zu lesen, dass es dich auch überzeugen konnte. :)

    Liebe Grüße
    Dana

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    1. Dann verlier keine Zeit und greif dazu, bevor der Hochsommer dir einen Strich durch die Rechnung zieht: Ist halt irgendwie ein Herbstbuch :D

      Danke:)

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  2. Ich liebe dieses Buch! Ich fand es ganz toll und irgendwann werde ich es mit Sicherheit nochmal lesen :)

    Eine schöne Rezension!

    Liebe Grüße,
    Julchen :)

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  3. Tolles Buch ;-) Deine Rezension gefällt mir auch sehr gut. Sicher werde ich nochmal zu dem Buch greifen, weil die Liebe (nicht die zwischen Sean und Puck) einfach so beeindruckend ist, dass ich das unbedingt nochmal genießen muss.

    Liebe Grüße,
    Chrissy

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    1. Genau das hat mich auch so überzeugt :))))
      Und vielen lieben Dank♥ Freut mich immer sowas zu hören:)

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