[REZENSION] "Strawberry Summer" von Joanna Philbin


http://joannaphilbin.com/books.htmlhttp://www.amazon.de/Strawberry-Summer-Joanna-Philbin-ebook/dp/B00HUPS6L8/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1396093297&sr=8-1&keywords=strawberry+summer

 Sonne, Strand und Meer wünscht sich Rory neben ihrem Sommerjob. Als »Mädchen für alles« wird sie ihre Ferien bei der wohlhabenden Familie Rule in den legendären Hamptons verbringen. Doch es kommt alles anders: Die verwöhnte Tochter des Hauses macht ihr das Leben schwer, und sobald Rory Connor, den Sohn, kennenlernt, ist es um sie geschehen. Die Rules halten Rory allerdings nicht gerade für den richtigen Umgang für ihren Nachwuchs. Und Rory steht plötzlich vor der Entscheidung: Kämpft sie um ihre große Liebe, oder verschwindet sie und kehrt in ihr altes Leben zurück, als sei nichts gewesen?


Sie hätte es wirklich jemandem erzählen sollen. Es so ganz nebenbei erwähnen am letzten Schultag, als alle über ihre Pläne fur den Sommer gesprochen hatte. Echt? Du fährst ins Tenniscamp? Du verbringst einen Monat in Wildwood? Du hast das Praktikum in New York bekommen, für das du dich vor sechs Monaten beworben hast? 
       Das ist echt toll.
      Ich bin übrigens den Sommer über in den Hamptons.

 Rory hat überhaupt keinen Plan davon, was in diesem Sommer auf sie zukommen wird, wenn sie ohne Bezahlung bei den stinkreichen Rules als "Mädchen für alles" arbeitet, aber eines ist sicher: Nichts kann schlimmer sein, als den Sommer zu Hause mit ihrer launischen und verplanten Mutter und ihrem derzeitigen Freund zu verbringen. In den Hamptons trifft sie jedoch nur augenscheinlich auf ein Paradies: Hinter riesigen Torbögen und Luxus pur verbergen sich einige Geheimnisse und Tabus, die Rory zum Verhängnis werden könnten, wie beispielsweise der gutaussehende Connor Rule oder die zickige Isabel Rule. Und was ist mit dem Oberhaupt der Familie? Wie stark unterscheidet sich Mrs. Rules ihre Masche von ihren echten Gedanken?
Wenn die Buchhandlungen sich mit bunten, sommerlichen Covern füllen und auf jedem Klappentext ein Sommerflirt angekündigt wird, dann weiß man ganz sicher, dass wenigstens der Frühling vor der Tür steht. Dabei scheint von den locker flockigen Geschichten, die den Sommer in jeden grauen Himmel bringen, niemand immun zu sein: Ohne besonders hohen Anspruch verschlingen wir mehrere Sommer jedes Jahr. Dennoch: Auch eine leichte Lektüre aus dem Contemporary-Genre ist nicht ebenmal so geschrieben. In "Strawberry Summer" von Joanna Philbin hat die Autorin diesen Aspekt ein Stück unterschätzt, sodass es scheint, als habe sie sich ebenso planlos in Schreiben gestürzt, wie ihre Protagonistin in den unvergesslichen Sommer ihres Lebens...

Alles beginnt ziemlich gewöhnlich und vielversprechend: Wir schlüpfen als Leser in "Strawberry Summer" nicht nur in Rorys Kopf, sondern auch in Isabels, der verwöhnten und problematischen Tochter der Familie Rule, auf die Rory diesen Sommer stößt. Dabei sind die beiden, wie Tag und Nacht: Isabel ist reich, selbstsicher (bei sich selbst und auch im Umgang mit Jungs) und rebellisch; Rory dagegen aus schlechten Verhältnissen, fleißig und schüchtern, komplett unerfahren und ... unglaublich langweilig. Diese Charaktereigenschaft wirkt sich unglücklicherweise auch auf das Lesevergnügen aus, denn Rorys Kapitel reißen wohl keinen vom Hocker: Neben ihren ziemlich neutralen Gedanken, scheint es oft so, als besäße sie keinen Funken Selbstwertgefühl, was eine ziemlich schlechte Mischung ist und kaum das Zeug für den Charaktere einer Protagonistin hat. Als graue Maus erfüllt sie zusätzlich DAS zerkaute Klischee, was sich durch die Liebesgeschichte mit Traummann Connor, zu sehr nach einem Déjà vu anfühlt: Schon wieder Liebe auf den ersten Blick, schon wieder sofort erwiderte Liebe und mehrere Steine im Weg zum ewigen Glück. Sogar die Klischeebasis wurde bei Connor und Rory nicht richtig ausgeführt und hing irgendwo in der Mitte emotionslos und nicht authentisch entwickelt im warmen Sand.

Im Vergleich dazu lesen sich Isabels Kapitel ruck zuck und in der typischen Sommerlaune: Die Liebesgeschichte zwischen ihr und Surferboy Mike ist aufregend, spannend, authentisch und eben mal nicht stereotypisch oder abgedroschen. Doch während Isabel sich auf der Sympathieskala langsam nach oben arbeitet, bekommt auch sie im Verlauf von "Strawberry Summer" ihre Chance sich total unpassend und untypisch zu verhalten (SPOILER Sie erfährt, von einem fremden Mann, dass er ihr Vater ist, und ihre Mutter eine Affäre hatte, und reagiert total entspannt, nimmt es einfach zur Kenntnis und hinterfragt rein gar nichts SPOILER ENDE).

In Sachen Handlung hapert es auch an vielen Stellen gewaltig, obwohl an sich viele Handlungsstränge eingeführt werden und es sich mit etwas mehr Planung in die "Gossip Girl"-Richtung hätte entwickeln können. Doch auch das verpatzt Joanna Pilbin und bringt zwar keinen durchdachten, aber sehr konstruiert wirkenden Plot aufs Papier, was dem Leser immer und immer wieder ins Auge sticht, da sich alle "Problemchen" plötzlich und sehr unnatürlich einfach von selber lösen, sodass die Handlung sich fügen kann: Charaktere, die viel Einfluss auf Rory haben, ändern plötzlich ihre Meinung und Isabels Summerflirt Mike hat seltsame Connections zur High Society, sodass am Ende doch alles irgendwie Sinn ergibt, ohne beim Leser Staunen über die unvorhersehbare Storyline zu erreichen.
Ich persönlich bin am meisten über die "Intrigen" in der Welt, in der die Rules leben, enttäuscht. Auf dem Menü stehen zwar komplexe Intrigen der High Society, stattdessen bekommt man nur eine kleine, längst vergessene Affäre serviert - und die auch noch kalt!

 Der Schreibstil schlichtweg simpel. Philbin lockt nicht mit stilistischen Mitteln oder Poesie, dennoch schafft sie es an einigen Stellen das Gänsehautgefühl in die Atmosphäre einzuhauchen, was bei ihrer einfachen Wortwahl, wirklich etwas wert ist. Wäre der Inhalt nur nicht so langweilig und unauthentisch, dann wäre der Schreibstil sicher eine gute Grundlage für einen leichten Sommerroman, der alleine nicht viel hergibt, sich jedoch fließend liest und das Scheinwerferlicht dem Plot überlässt - hier leider die völlig falsche Entscheidung.

Was auch immer ihr euch von diesem Roman erhofft, auf ein süßes Leseerlebnis stößt ihr mit "Strawberry Summer" von Joanna Philbin nicht. Stattdessen begegnen euch graue Mäuse aus der Klischeekiste, verkrampft konstruierte Handlungsstränge und Möchtegern-Intrigantinnen am Strand der Hamptons. Hinter dem Roman, der sich als zu viel ausgibt, steckt leider zu wenig Besonderheit, Gefühl und Natürlichkeit. Doch auch wenn es scheint, als ließe ich kein Haar mehr an dem Roman, ist es mit einem niedrigen Anspruch einen Versuch wert, wenn ihr auch eine Menge "Augenverdrehmomente" in Kauf nehmen müsst. Von mir jedoch keine Leseempfehlung, auch wenn das Cover zugegebenermaßen zum Dahinschmelzen ist!

 Joanna Philbin wurde in Los Angeles geboren, wuchs aber in New York City auf. Sie studierte an der Brown University sowie an der University of Notre Dame. Heute lebt und schreibt sie in Los Angeles. [via Randomhouse.de] 
Mehr? Hier kommst du zu der offziellen Website der Autorin und ihrem (momentan nicht aktiven) Blog.

Ich bedanke mich sehr herzlich bei der freundlichen Bereitstellung des Rezensionsexemplares bei 
Kommentare on "[REZENSION] "Strawberry Summer" von Joanna Philbin"
  1. Hallo,
    hmm schade das es dir nicht gefallen hat und es anscheinend ziemlich schlecht ist. Eigentlich war es auf meiner Wunschliste und ich hatte mich schon darauf gefreut (das Cover ist so toll, da muss man sich das Buch einfach näher ansehen), aber ich denke, ich kann es streichen (trotz so schöner Gestaltung). Danke für die Buch ENTpfehlung.

    Liebe Grüße,
    Anna

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    1. Hey, ich finde es auch sehr scjade, vorallem weil ich bei Sommerbüchern nicht so hohe Ansprüche habe und nur selten so schlecht bewerte.
      Vielen lieben Dank:) klar man muss auch mal ein Buch eben nicht empfehlen. Bei dem denke ich wirklich, dass es besser ist die Finger von zulassen, solange man nocht zu neugierig ist :-)
      Liebe Grüße, Ana ;)

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