[REZENSION] "Amy on the Summerroad" von Morgan Matson

http://www.amazon.de/Amy-Summer-Road-Morgan-Matson-ebook/dp/B007MF6IJI/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1390903583&sr=8-1&keywords=amy+on+the+summer+roadhttp://www.amazon.de/Amy-Summer-Road-Morgan-Matson-ebook/dp/B007MF6IJI/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1390903583&sr=8-1&keywords=amy+on+the+summer+road


Seit dem Tod ihres Vaters hat sich Amy völlig zurückgezogen. Als ob nicht alles schlimm genug wäre, beschließt ihre Mutter von Kalifornien an die Ostküste zu ziehen, und Amy soll nachkommen … im Auto mit einem wildfremden Jungen! Amy ist verzweifelt. Doch dann steht Roger vor ihr – total süß und irgendwie sympathisch. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und sind sich einig: Amys Mom hat sich für den Trip die langweiligste aller Strecken ausgesucht! Und so begeben sie sich kurzerhand auf eine eigene, wilde Reise kreuz und quer durch die Staaten. Und während Amy noch mit ihrer Vergangenheit kämpft, merkt sie, wie sehr sie diesen Jungen mag ... [via Lovelybooks]

 Ich saß auf der Eingangstreppe des Hauses und sah zu, wie der beigefarbene Subaru Kombi zu schnell in unsere Sackgasse gefahren kam. Typischer Anfängerfehler, vor allem von FedEx-Fahrern. Im Raven Crescent gab es nämlich nur drei Häuser, und meistens waren die Leute schon am Ende angekommen, bevor sie es überhaupt gecheckt hatten.

Grade einmal drei Monate ist es her, dass Amys Vater bei einem Autounfall ums Leben kam. Dazu kommt noch, dass Amy zur Zeit des Unfalls am Steuer saß und nun zu ihrer Trauer noch die viel schlimmeren Schuldgefühle auf ihren Schultern trägt. So erscheint es ihr unmöglich, einfach ein neues Leben in Connecticut zu beginnen, so wie ihre Mutter es gerne hätte. Während ihr Bruder den Schicksalsschlag in einer Entzugsklinik verarbeitet und ihre Mutter ihren neuen Job in Connecticut angetreten hat, soll Amy zusammen mit einem fremden Jungen, Roger, die Strecke Kalifornien - Connecticut zurücklegen, da sie selbst nicht fahren will. Doch nach einem Blick auf die Reiseroute haben sie sich sofort darauf geeinigt, die Reise spontan anzugehen, wobei beide an verschiedenen Orten der USA noch etwas zu tun haben. Während Roger versucht seine Ex-Freundin Hadley zu finden, sucht Amy auf der Reise nach sich selbst.

In Gedanken an Morgan Matsons Schreibstil fällt mir zunächst das Wort "weise" ein und danach "sommerlich", denn es ist wirklich unglaublich, welche Eigenschaften und Gefühle hier aufeinandertreffen: Matson bedient sich nicht an bildlichen Mitteln, poetischen Elementen oder anderen eindrucksvollen Schreibaccessoires, sondern lediglich an den Gedanken eines jungen Mädchens und trifft damit aber den Nagel auf den Kopf und ist dabei mit allen ihren Aussagen so ehrlich und aufrichtig, dass dieser Roman wirklich ziemlich tief in das Gefühlschaos der Protagonistin geht und dabei sehr bescheiden bleibt. "Sommerlich" ist der Schreibstil wohl, weil "Amy on the Summerroad" nunmal in den Sommermonaten spielt und das die detaillierte Wortwahl auch wiederspiegelt. Man ist mittendrin und erlebt die simpelsten Sachen an der Seite von Amy: Man kann die Stimmen der Menge in Graceland hören, die sterile Luft in der Entzugsklinik riechen und sich vorstellen wie ein "Hot Brown" schmeckt, ohne ihn je probiert zu haben. 

Romane über Verluste, Trauer, Schmerz und...auch Neuanfänge gibt es tausende, die alle so ausgelegt sind, dass man die Hoffnung spürt und an diese Neuanfänge selbst glauben will. Matson hat ihrem Roman dem Neuanfang einen Namen gegeben und ihn "Road Trip" genannt und nicht "Connecticut", wie man vielleicht denken mag. Die Idee mit dem heutzutage sehr beliebten Road Trip ist dabei wirklich ziemlich interessant und flexibel, dabei auch ziemlich spannend und unvorhersehbar, da man auf einer spontanen Reise wirklich überall hin reisen kann. Genauso beschließen es Amy und Roger zu machen und obwohl Amy nicht sonderlich Lust auf eine Reise oder ein neues Leben hatte, stellt sich sehr früh heraus, dass in Amys Geschichte der Weg das Ziel ist und dass das Ziel eigentlich ziemlich unbedeutend ist.
Wer einen Road Trip Tour Planer braucht, sollte unbedingt Morgan Matson kontaktieren, denn die Route ist wirklich außergewöhnlich, wunderschön und sehr persönlich. Auf der Reise bringen sogar unbekannte Orte Amy ihrer Familie näher und lassen sie erkennen, was Familie bedeutet und wie wichtig sie ist, um sich selbst zu finden. Parallel zu Amys gewünschten Reisezielen findet man auch einiges über Roger heraus, der auf dem Road Trip selbst auf eigener Mission ist. 
Nebenbei trifft man auch auf eine ganze Palette verschiedener Charaktere, die aus anderen Staaten stammen und z.B. modebewusst und großzügig, reich und einsam oder patriotisch und aufrichtig sind. Auch wenn man über diese nicht sonderlich viel erfährt, ist ihre Präsenz ziemlich erfrischend und aufregend. Überhaupt sind Amy und ihr Vater die einzigen beiden Charaktere über die man mehr erfährt als die Basics. Der Fokus ist ziemlich klar gesetzt, was besonders daran bemerkbar wird, dass ich über Roger wirklich fast nichts weiß (außer natürlich der Tatsache, dass seine Ex-Freundin Hadley heißt, was um die 100 Mal erwähnt wird!).
Dass auch die Liebesgeschichte den größten Teil des Romanes dran glauben muss, ist so ziemlich schnell klar und überhaupt nicht schlimm, da es in "Amy on the Summerroad" nur um die Vater-Tochter-Beziehung gehen soll und das allein schon so viel Potential besitzt. 
Doch leider scheint es, als wäre die Autorin doch nicht mit diesem Fokus zufrieden gewesen, denn kurz vor Schluss will sie doch, dass ihr Roman eine Liebesgeschichte enthält. Diese ist dann aber wirklich ziemlich mager und schlichtweg blass und unnötig, weshalb sich Matson das lieber gespart hätte. Vorallem da sowohl Amy, als auch Roger nicht sehr interessante Charaktere sind. Die einzige Sympathie, die ich für Amy aufbringen konnte, hat sie der großen Liebe zu ihrem Vater zu verdanken.
Großen Applaus an Morgan Matson für dieses wirklich schöne Debüt. Trotz ziemlich simplen Worten, ziemlich simplen und schon fast langweiligen Protagonisten und einer Liebesgeschichte, die wohl niemanden so wirklich vom Hocker hauen wird, hat "Amy on the Summerroad" Lieblingsbuchpotential. Das liegt daran, dass einfach alles drum herum stimmt: Die Nebencharaktere sind zum Verlieben, der Road Trip ist fantastisch und auch emotional kann dieser Roman den Leser packen. Vorallem aber bewundere ich, wie die Protagonistin innerhalb einer Reise wieder zu sich findet, anfängt über ihre Gefühle zu reden und begreift, dass das Leben wie Fahrradfahren ist - man sich bewegen muss, um die Balance zu halten. 

 Morgan Matson studierte Schreiben für junge Leser an der New School. Road-Trips quer durchs Land sind ihre große Leidenschaft und sie hat schon drei Mal die USA durchreist ... bis jetzt. Derzeit lebt die Autorin in Los Angeles. [via lovelybooks]
Hier kommst du zu ihrer offiziellen Website.
Hier kommst du zu ihrem Tumblr-Blog, auf dem sie über ihre persönlichen Reisen bloggt.
Kommentare on "[REZENSION] "Amy on the Summerroad" von Morgan Matson"
  1. Ich fand das buch einfach toll!
    Übrigends toll gemacht mit dem Bild oben :)
    Liebe Grüße,
    Maike

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    1. Ja, es ist wirklich super süß und berührend :-)
      Vielen Dank! :))))

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  2. Ich finde, dass Buch hört sich total gut an und ich würde es voll gerne lesen :)
    Leider ist meine Wunschliste schon ziemlich lang, aber ich hätte gerade voll Lust auf so ein sommerliches Buch, bei dem Wetter :D
    Tolle Rezi :)
    LG Jana

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    1. Ganz ehrlich? Wunschlisten muss man nicht "abarbeiten", man liest das worauf man grade Bock hat. Ist ja ein Hobby und kein Job mit Verpflichtungen (solange du natürlich nicht noch viele Rezensionsexemplare zu lesen hast ;))
      Ja, es lässt einen wirklich vergessen wie es draußen aussieht. Man kann solche Bücher wirklich immer lesen :-))

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