[REZENSION] Allegiant

 http://www.amazon.de/Allegiant-Divergent-Series-Veronica-Roth/dp/0062287338/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1387836278&sr=8-1&keywords=allegiant+veronica+rothhttp://www.die-bestimmung.de/

The faction-based society that Tris Prior once believed in is shattered—fractured by violence and power struggles and scarred by loss and betrayal. So when offered a chance to explore the world past the limits she’s known, Tris is ready. Perhaps beyond the fence, she and Tobias will find a simple new life together, free from complicated lies, tangled loyalties, and painful memories.
But Tris’s new reality is even more alarming than the one she left behind. Old discoveries are quickly rendered meaningless. Explosive new truths change the hearts of those she loves. And once again, Tris must battle to comprehend the complexities of human nature—and of herself—while facing impossible choices about courage, allegiance, sacrifice, and love.

 I pace in our cell in Erudite headquarters, her words echoing in my mind: My name will be Edith Prior, and there is much I am happy to forget. "So you've never seen her before? Not even in pictures?" Christina says, her wounded leg propped up on a pillow. She was shot during our desperate attempt to reveal the Edith Prior video to our city. At the time we had no idea what it would say, or that it would shatter the foundation we stand on, the factions, our identities. "Is she a grandmother or an aunt or something?"


Achtung! Lies bitte nur weiter, wenn die die beiden Vorbände "Die Bestimmung" und "Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit" bereits gelesen hast, da die folgende Rezension Hinweise auf den Ausgang derer geben könnte!
 
 Die Stadt, in der Tris, Four und ihre Freunde leben steht vor einer verwirrenden Wendung. Denn nachdem alle das Video von Edith Prior gesehen haben, ist nichts mehr wie vorher. Der Gedanke, dass es außerhalb der Stadtgrenzen weitaus mehr gibt, als sie dachten, ist erschütternd. Ebenso die Einsicht, dass das Fraktionensystem nur etwas vorübergehendes ist, obwohl es die Identität der meisten Bewohner prägt. Aber die neue Regierung - ohne Fraktionen und geführt von Evelyn Eaton - scheint nicht das richtige für das Volk zu machen. Zusammen mit einer Rebellengruppe, brechen Tris und Tobias nach dem Geheimnis hinter der Grenzen auf, um die Wahrheit über ihre Heimat zu finden. Doch dort treffen sie auf ein Labor von Genforschern, die ihnen die Geschichte ihrer Stadt verraten. Mit dabei Dinge, die die Welt der beiden komplett zum Einsturz bringt...

  Veronica Roth is back! Und mit ihr wieder ihr sehr flüssiger, unterhaltsamer, angenehmer und auch ein Stück jugendlicher Schreibstil, der die Zielgruppe weiter in seinen Bann zieht. Wie schon in den beiden Vorbänden beweist die Autorin, dass sie mehr als nur eine Facette zu bieten hat: Sowohl still, als auch romantisch, spannend und leidenschaftliche Atmosphären schafft sie mit ihren Worten zu kreieren und hat vorallem einen ziemlich "coolen" Schreibstil, der perfekt zu den Ferox (original "Dauntless") passt, die mit ihren schwarzen Lederjacken und waghalsigen Aktionen genau das sind. Doch leider nimmt in "Allegiant" die sachliche Facette ihres Stils immer mehr Platz ein und drängt das "Coole" in die zweite (wenn nicht sogar dritte, vierte Reihe), was natürlich plotbedingt ist, mich aber enttäuscht hat, denn genau diese Atmosphäre der Ferox macht die Trilogie aus. 

Das dritte und letzte Abenteuer von Tris und Four Tobias ist ein absolutes Must-Have für alle Dystopienliebhaber und somit war auch für mich die englische Version unvermeidlich. Der verwirrende Cliffhanger des Vorbandes "Insurgent" (deutsch.: "Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit") sorgte für eine riesige Portion Neugier, die erstmal nicht gestillt wird, da es in "Allegiant" ebenso verwirrend losgeht: Das Fraktionensystem ist zusammengebrochen und Tris und Tobias müssen mit ansehen, wie ihre Heimat unter der Regierung von Tobias Mutter, Evelyn, immer weiter ins Verderben stürzt. Die Menschen wissen nicht wohin, können mit einem Leben ohne die klare Bestimmung ihrer Identität nichts anfangen und haben noch weniger die Wahl auf ein Leben als vorher. Immer und immer wieder konfrontiert die Autorin den Leser mit der moralischen Frage nach der guten Regierung und Staatsform: "Wann hat man die uneingeschränkte Wahl auf sein Leben? Wann ist man wirklich frei?" Somit unterstreicht der letzte Band, dass diese Trilogie nicht "sinnlos", sondern mit Botschaft und Intention geschrieben wurde und den Titel einer Dystopie in meinen Augen vollkommen verdient hat (wenn man Dystopie denn auch so definiert). 
Außerhalb der Grenzen angekommen, findet man jedoch nicht Antworten sondern erstmal eine Millionen neue Fragen, die nicht nur den Leser, sondern auch die Charaktere immer wieder aufs neue hilflos in dem komplizierten Geflecht stehen lassen. Dieser Plot macht tatsächlich wirklich etwas mit den Charakteren, verändert sie und lässt uns Leser ganz tief in sie eindringen. Tobias harte, mutige Gesichtszüge sind tatsächlich
99% Fassade und auch seine Selbstsicherheit wird in Frage gestellt. Einen großen Teil trägt dazu natürlich auch der ständige Perspektivenwechsel zwischen Tris und Four (ich kann ihn einfach nicht Tobias nennen!) bei, der ihn zu einem richtigen Protagonisten macht. Mit dem letzten Band schließt Roth nicht nur ihre Trilogie ab, sondern verleiht ihren Protagonisten mehr Kontur und erledigt ihren Job bei den Charakteren mit Bravour. Wären Metamorphosen wie bei Ovid möglich, dann würden Tris und Four jetzt neben mir stehen.

Doch leider hat die Autorin nicht in allen Kriterien alles richtig gemacht. Die Handlung lenkt sie schon sehr früh in eine sehr sachliche Richtung, in der es von Genwissenschaftlern und Laboren nur noch wimmelt. Dafür aber leider nicht mehr von Ferox oder anderen, für uns sonderbaren Persönlichkeiten, sodass es kurzerhand langweilig wird. Zusammen mit der Abschaffung der Fraktionen -sowohl in der Stadt als auch im Roman- verliert die Atmosphäre den spannenden und aufregenden Flair. Die Charaktere fühlen sich nicht wohl in der Kulisse und auch auf mich hat dies abgefärbt, sodass ich nur mit Mühe wieder zu dem Roman gegriffen habe. Auch an durchgängiger Action fehlt es ab diesem Punkt an und auch wenn ein paar Wendungen für einen Augenblick schockieren können, dann ist dieser schnell wieder vorbei. Lange Rede, kurzer Sinn: "Allegiant" kann nichts mehr von der düsteren, aufregenden und actionreichen Atmosphäre liefern, in die man sich in den Vorbänden verliebt hat. 


Die geniale Aufklärung der Geschichte der Stadt, andere grausame Wahrheiten und verblasste Chancen, die an die Oberfläche treten, stimmten mich sehr traurig und verpassten meiner gigantischen Euphorie, die ich mit der Trilogie verbinde, einen Bremser. Insgesamt hinterlässt der Abschluss der Trilogie einen sehr bitteren Nachgeschmack, der zwar genug Stoff zum Nachdenken da lässt, aber trotzdem nicht viel zum Lesegenuss beiträgt. Hauptursache für den bittersüßen Nebel, der über dem Plot schwebt, ist das Ende. Auch wenn bei Rezensionen die größte Schweigepflicht bei dem Ende gilt, möchte ich an dieser Stelle Veronica Roht die Trophäe für das schlimmste und gemeinste Trilogie-Ende überreichen, das ich je gelesen habe (und auch wahrscheinlich in Zukunft lesen werde) und nebenbei noch eine Frage hinterlassen: "War das wirklich nötig, Frau Roth?" Auch wenn es dem Roman eine ganze Dose voll Emotionen in den Plot schüttet, sind diese hinsichtlich des Lesespaßes ein Reinfall. Man hätte die Krümmel Emotionen lieber gleichmäßig verteilen sollen und nicht alle auf einmal brutal auf die Seiten werfen. Aber das alles ist nur meine Ansicht. Ich bin mir sicher, dass sich zu diesem Roman genauso viele Meinungen finden werden, wie Tränen über ihm vergossen wurden. 


Letztendlich ist "Allegiant" ein gutes Buch, mit dessen Nachgeschmack ich aber nichts anfangen kann, da ich mich nach Beenden des Romans gefühlt habe, als würde ich im Nichts schweben und nicht wissen wie ich meine Gedanken über diesen Trilogieabschluss sortieren soll. Sehr viel (zu viel?) Emotionen am Ende und eine kleine Schnarchperiode im Mittelteil des Buches, aber dennoch mit Charakteren, die ich nicht vergessen kann. Hinter alldem hat Veronica Roth eine Frage versteckt, über die Freiheit, die Wahlen die man als Mensch haben muss und letztendlich auch über die Entscheidungen, die man trifft, wenn man die Wahl hat. Leider musste Veronica Roth leider für das Ende die Abzweigung zum "Worst-Case-Szenario" wählen: So ein Ende hat wohl kein Leser vorhergesehen...

Wer das Ende der Trilogie auf Deutsch erleben will, der kann das ab dem 24.März 2014 tun. Fast zeitgleich mit der Verfilmung des ersten Bandes "Divergent".
Veronica Roth ist 23 Jahre alt und wurde in den USA geboren. Sie schreibt bereits seit sie 12 Jahre alt ist. Sie studierte "Creative Writing" an der Northwestern University. Im Alter von 20 schrieb sie schon einen Roman. Es wurde "Die Bestimmung", dieser Roman schaffte es in den USA sofort in die Bestsellerlisten. Ihr Debütroman bildet gleichzeitig den Auftakt zu einer Trilogie. Roth lebt heute gemeinsam mit ihrem Ehemann in Chicago.

 Mehr? Dann klicke hier um auf die offizielle Seite der Autorin oder hier, um auf die deutsche Seite der Reihe zu kommen.

Kommentare on "[REZENSION] Allegiant"
  1. Ich lese das Buch im Moment auch, und ich finde es, genau wie du sagst, auch etwas schade, dass dieser sachliche Schreibstil so viel Platz einnimmt... Eine sehr schöne Rezension :)
    Liebe Grüße
    Krypta :-)
    http://planet-der-buecher.blogspot.de/

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, das ist wirklich krass wie die Stimmung plötzlich so zur Biologiestunde wird. Echt traurig :(
      Danke :-))))))

      Löschen
  2. Ich fand auch, dass Allegiant den Vorbänden nicht hinterherkommt. Leider hat 'Die Bestimmung' eine Krankheit, die viele andere Reihen auch haben: Sie wird von Buch zu Buch etwas schlechter.
    Vor allem das Ende war für mich zu viel. Ich meine, wie kann man nur? Das kann man den Lesern doch nicht antun!?
    Auch wenn ich ihre elendlange Erklärung für diese Entscheidung auf ihrem Blog durchgelesen habe, irgendwie bin ich ihr das immer noch böse :(

    Aber ansonsten fand ich die Reihe wirklich lesenswert. Tolle Rezension übrigens :D

    lg bibi (:

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Mhh ja wenn man das als Krankheit bezeichnen möchte. Ich fand Insurgent sogar noch besser als Teil 1, weil er wie gesagt Hoffnung gibt, zwar grausaum ist aber dennoch ein Happy End hat :-)

      Oh, sie hat etwas dazu auf ihrem Blog geschrieben? Da schau ich gleich mal vorbei :-)
      Jaaa, die Reihe ist einfach was ganz besonderes und hat wirklich viel Platz in meinen Gedanken eingenommen das ganze letzte Jahr. Daaaanke ♥

      Löschen