[REZENSION] Du oder das ganze Leben

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 Eine absolut heiße Romeo-und-Julia-Geschichte! Jeden anderen hätte Brittany Ellis, wohlbehütete Beauty Queen und unangefochtene Nr. 1 an der Schule, lieber als Chemiepartner gehabt als Alex Fuentes, den zugegebenermaßen attraktiven Leader einer Gang. Und auch Alex weiß: eine explosivere Mischung als ihn und die reiche »Miss Perfecta« kann es kaum geben. Dennoch wettet er mit seinen Freunden: Binnen 14 Tagen wird es ihm gelingen, die schöne Brittany zu verführen. Womit keiner gerechnet hat: Dass aus dem gefährlichen Spiel alsbald gefährlicher Ernst wird, denn Brittany und Alex verlieben sich mit Haut und Haaren ineinander. Das aber kann die Gang, der Alex angehört, nicht zulassen … [via lovelybooks]

Alle wissen, wie toll ich bin. Mein Leben ist toll. Meine Klamotten sind toll. Und meine Familie ist es erst recht. Ich reiße mir jeden Tag den Arsch auf, damit alle glauben, mein Leben wäre perfekt. Dabei ist alles nur Fassade. Der schöne Schein, hinter dem sich die eigentliche Wahrheit verbirgt, muss um jeden Preis gewahrt werden. Denn sonst wäre die Illusion von der perfekten Brittany dahin.

Brittany ist schön, beliebt und reich - zumindest nach außen hin. Denn sie tut genau das, was ihre Mutter von ihr verlangt, muss vollkommen sein, weil ihre behinderte Schwester es nicht ist. Unfreiwillig lebt sie unter dem ständigen Druck ihrer perfekten Eltern, ihres perfekten Freundes und ihrer perfekten Freunde. In einem ganz anderen Universum lebt Alex Fuentes, der sein Leben eigentlich schon damit hingeschmissen hat, als er der Latino Blood Gang beigetreten ist. Nachdem sein Vater ermordet wurde, ist er der Einzige, der nur so seine Familie beschützen kann. Natürlich musste es also so kommen, dass sie in Chemie nebeneinander sitzen und auch noch eine Arbeit zusammen fertigstellen müssen. Auch wenn Alex Brittany überhaupt nicht ausstehen kann, wettet er mit seinen Freunden darum sie in kurzer Zeit zu verführen. Und wie es das Schicksal will, verlieben sie sich dann doch ineinander.

"Lies Simone Elkeles!", "Die Bücher werden dich verzaubern!" oder "Was du kennst ihre Bücher nicht?",
das hörte ich ständig und von allen Richtungen. Und tatsächlich hatte ich von DEN sommerlichen Liebesgeschichten erstmal lange nichts mitbekommen. Mit hohen Erwartungen trat ich also an dieses Buch und wollte eines: In einen Strudel voller Gefühle gerissen werden, wie es sich schließlich für eine waschechte Liebesgeschichte gehört. 

Simone Elkeles bedient sich an Klischees. Punkt. Und sie versucht es nicht einmal zu verstecken, denn wer kennt es nicht: Das reiche, blonde Mädchen, der heiße, unverschämte Badboy, der Chemiekurs und natürlich die sogar hier in Deutschland bekannte typisch-amerikanische Highschool, vor deren Klatsch und Härte man sich fürchten sollte. Und so ist auch das Grundgerüst von "Du oder das ganze Leben" nichts neues, sondern altbekanntes, was auch hier wiedergekaut und mit ein paar kleinen Änderungen für die Leser ausgespuckt wird. Was man Elkeles jedoch lassen muss, ist, dass sie die "kleinen Änderungen" wirklich ausgesprochen gut umgesetzt hat. Brittany auf der einen Seite ist nämlich nicht nur das reiche, hübsche Mädchen, sondern auch jemand der täglich mehr Verantwortung übernimmt, als viele andere in ihrem Alter. Die Storyline um ihre behinderte Schwester lockert das Klischee an der Stelle um einiges auf und bringt eine Thematik in den Plot, mit der wir uns heutzutage reichlich auseinandersetzen müssen. Genauso ist auch Alex' Leben ernster, als man denkt, und erlaubt dem Leser einen Blick hinter die Kulissen einer Gang, mit Mord, Verbrechen und Gefahren. Er steht zwischen dem Wunsch nach einem erfolgreichen Leben und dem Wunsch seine Familie zu beschützen und ist so ein wirklich selbstloser und sympathischer männlicher Protagonist. Was mir bei der Ausarbeitung von Alex Charakter jedoch mit Abstand am meisten gefallen hat, ist die Mexikanische Kultur. Die Seiten wimmeln von spanischen Sätzen und Verhaltensweisen und geben dem Setting eine ganz besondere Authentizität, der Umsetzung Originalität. Das scheint bei Simone Elkeles Romanen so üblich zu sein (In der How-To-Ruin-Reihe geht es nach Israel) und ich bitte sie darum, nie damit aufzuhören. Dieser kleine Crashkurs in eine andere Kultur und auch Sprache ist ein Highlight und gibt dem Roman die gewisse Würze.

Ebenfalls lebt der Roman auch von der Liebesgeschichte, die im Zentrum des Ganzen steht und leider aber auch so etwa in tausend anderen Jugendbüchern zu finden ist. Trotz dieses Klischees (oder genau deshalb), hat die Beziehung zwischen Alex und Brittany einen enormen Unterhaltungsgrad, ist süß, romantisch, beneidenswert und Etwas, was man immer mal nebenbei lesen kann. Sie entwickelt sich sehr natürlich und authentisch, aber vorallem auch sehr emotional, sodass es den Leser ganz in dem Hin und Her zwischen Gefühlen und Vernunft hineinzieht und dadurch den Pageturnereffekt für sich gewinnen kann. Sie finden sich jeweils selbst, lernen beide auch an sich zu denken, sprechen sich gegenseitig aus der Seele, und geben sich gegenseitig das Verständnis, was sie sonst nirgendwo bekommen. Schlussendlich ist es genau das Schema, was für die Zielgruppe einfach unwiderstehlich ist.

Sehr unterhaltsam, aber nicht originell: So einfach lässt sich "Du oder das ganze Leben" zusammenfassen. Spaß hatte ich bei dieser leicht-sommerlichen Lektüre auf jeden Fall und kann sie so auch jedem Fan von Teenager-Liebesgeschichten mit ein bisschen Kitsch empfehlen, der vorallem aber auch über das typische Highschoolklischee hinwegsehen kann oder diese Storyline sogar genießt. Der einzige Hauch von Originalität kommt aber leider nur von der Mexikanischen Kultur, was wirklich brillant zum Plot gepasst hat, leider aber nicht komplett ausgleichen kann, was Simone Elkeles da alles an altbekannten Klischees benutzt hat. Im Vergleich zur "How To Ruin"-Reihe also leider eine Enttäuschung, wenn trotzdem noch ein empfehlenswerter Roman für zwischendurch.

 Simone Elkeles wurde am 24. April 1970 in Chicago, Illinois geboren. Sie absolvierte die High School in Deerfield, Illinois, einem Vorort von Chicago. Sie nach ihr Studium an der Purdue University auf, wechselte dann aber an die University of Illinois wo sie ihren Bachelor in Psychologie machte. An der Loyola University Chicago schloss sie mit einem Master in Industrial Relations ab. Bald nach dem Studium begann Elkeles mit dem Schreiben für Jugendliche. Derzeit arbeitet sie parallel an drei Reihen. Ihren Debütroman »How to Ruin a Summer Vacation« – dem ersten Band der »How to Ruin Trilogy« – veröffentlichte sie 2006. Ihren internationalen Durchbruch erlangte sie jedoch 2008 mit dem ersten Band Ihrer »Perfect Chemistry Trilogy« der Anfang 2011 auch auf deutsch unter dem Titel »Du oder das ganze Leben« veröffentlicht wurde. Hierfür erhielt sie unter anderem den »RITA Award«. Im November 2011 erscheint voraussichtlich der zweite Band unter dem Titel »Du oder der Rest der Welt«. Der dritte Band erscheint in den USA unter dem Titel »Chain Reaction« (wörtlich übersetzt »Kettenreaktion«), wann die deutsche Ausgabe erscheint, ist noch nicht bekannt. [via lovelybooks]

Kommentare on "[REZENSION] Du oder das ganze Leben"
  1. Gib's nicht auf! ;p Band 2 ist besser...wirklich! :))

    Liebe Grüße,
    Lisa

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    1. Das habe ich wirklich schon oft gehört, aber der Klappentext klingt nach genau der selben Geschichte wie auch in "Du oder das ganze Leben". Vielleicht wenn es sich mal ergibt :)

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  2. Wow wirklich? Mir gefällt die Fuentes-Trilogie soooo viel besser als die How-to-ruin ....... vielleicht kommt es tatsächlich darauf an, welche Bücher man zuerst liest o.O Echt krass^^
    Trotzdem kann ich das mit dem Klischee sehr gut verstehen. Aber das Mexikanische und generell Alex *raawwwr* toppt alles! :D

    Liebste Grüße,
    L E Y

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    1. Jaaa, vielleicht bin ich da die einzige, aber die Geschichte rund um Amy ist so viel authentischer und ganz ehrlich: Wie viele Brittanys kennen wir? Keine. Mit Amy kann ich mich perfekt identifizieren.

      Ja stimmt, ich glaube viele mögen das Buch nur wegen Alex :D

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