[REZENSION] The Elite

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The Selection gets fierce as rivals stake their claim on the Prince. Six girls, one life-changing prize… America Singer will leave her pre-destined life for a world of glamour and luxury, if she wins… But surviving The Selection is tough. Rivals are battling to become Prince Maxon’s bride as the threat of rebel violence just beyond the palace walls escalates into war. Only six girls are left and sworn friendships are tested to breaking point. America’s feelings for Maxon grow stronger, but she suspects darker mysteries in his royal past. With ex-lover Aspen waiting for her in the shadows, where do her loyalties truly lie?
The angeles air was quiet, and for a while I lay still, listening to the sound of Maxon's breathing. It was getting harder and harder to catch him in a truly calm and happy moment, and I soaked up the time, grateful that he seemed to be at his best when he and I were alone.

 Ein riesengroßes Lob an den Harper Teen Verlag für dieses wirklich ausgesprochen ansprechende und auffallend schöne Cover. Das starke Rot sticht direkt ins Auge und passt einfach hervorragend zu Americas roten Haaren. Das Kleid verleit dem Ganzen etwas edles, ist aber gleichzeitig schlicht.
Ich hoffe, dass der deutsche Verlag das Originalcover übernimmt und auch den Titel so lässt wie er ist. 

Kieras Cass Schreibstil ist wie bekanntlich frech und sehr normal, was sich von dem vornehmen Schauplatz abhebt und die ganze Geschichte etwas lockerer gestaltet. Am Lesefluss stört er nicht, fällt aber nicht direkt ins Auge und hat auch lange nicht so viel Humor parat wie im Vorband, was wirklich schade ist, da das genau das war, was Kiera Cass ihren guten Ruf gebracht hat. Auch das Tempo ist nicht gerade schnell - fast schon gelangweilt trabt man durch die Seiten und einige Passagen werden unnötig lang gezogen. Die Dialoge sind aber immernoch authentisch, witzig und unterhaltsam.



ACHTUNG! Lies diese Rezension bitte nur, wenn du Teil 1 "The Selection" bereits gelesen hast, da sie Hinweise auf den Ausgang des Vorgängers geben könnte.

Für America ist die Zeit im Palast genauso schwierig wie auch zu Beginn. Zwar fühlt sie sich nicht mehr eingesperrt, aber ihre aufkeimenden Gefühle für Prinz Maxon sind einfach keine gute Kombination mit der Liebe zu Aspen, der vor kurzer Zeit im Palast als Soldat arbeitet und für sie kämpfen will. Sie weiß nicht mehr, wie sie sich entscheiden soll und fragt sich eins: Wird sie am Ende ein Two oder eine One? Die Konkurrenz zwischen den verbleibenden sechs Mädchen wird immer deutlicher und härter.

Eine ziemlich kurze Inhaltsbeschreibung, oder? Und dabei kann ich euch versichern, dass ich wirklich versucht habe mehr über die Kernhandlung von "The Elite" der Fortsetzung von "The Selection" zu schreiben, aber letztendlich ist. das. die. Handlung. Denn, wer genauso wie ich gehofft hat, nach einem wirklich guten, unterhaltsamen und einzigartigen Auftakt der Trilogie von Kiera Cass, viel mehr über diese dystopische Welt und den ganzen Rahmen herauszufinden, in den die Autorin America gesetzt hat, der wird wohl auf nicht viel stoßen, außer Gefühlschaos und eine Protagonistin, die einfach schlichtweg überhaupt nicht weiß, was sie will.

Leider konnte ich nach den ersten 50 Seiten die sympathischen Charaktereigenschaften von America überhaupt nicht mehr wiederfinden. Klar, ist sie weiterhin frech und selbstbewusst, aber bestimmt nicht mehr stark und unabhängig. Denn was ihre kleinen Ausrutscher immer entschuldig hat, war die Tatsache, dass sie eine ganz genau Vorstellung davon hatte, was sie wollte und wie sie es wollte. In "The Elite" ist aus America plötzlich eine Mischung aus heulendem Wrack und verwöhnter Tussi geworden. Sie steht zwischen Maxon und Aspen, die beide alles für sie tun würden und verlangt immernoch mehr Zeit für ihre Entscheidung, während sie mit beiden ihren Spaß hat. Natürlich macht die Liebe was sie will, nur wurde es eindeutig zu viel, als America nach 250 Seiten schon unzählbar viele Male ganz entschlossen gedacht hat "Ich nehme Maxon, er ist der richtige" und genauso oft "Mit Aspen habe ich eine Vergangenheit und eine Zukunft, ihn nehme ich". Genauso ist sie jedes Mal unglaublich enttäuscht, wenn Maxon mal versucht auch die anderen Mädchen des Wettbewerbs kennenzulernen, während sie -wie gesagt- keines der geheimen Treffen mit Aspen verpasst.

Und auch wenn eine unsympathische und nervige Protagonistin ja eigentlich keinen ganzen Roman zerstören kann, hat Cass eine Menge Potential auch in anderen Romanelementen verspielt. Dabei ist doch die "The Selection"-Trilogie eine Dystopie und könnte damit mit einem herrausragenden Setting, einer Revolution und einer Lebensweisheit punkten. Leider wird aber zu der Entstehung der Gesellschaft nicht besonders viel gesagt; das Bild was man sich von Illea macht ist vollständiger, aber immernoch nicht scharf und auch über die Rebellen erfährt man in den knapp 340 Seiten nur sehr wenig. Die seltenen Momente, in denen America der Geschichte Illeas auf den Grund geht, bilden tatsächlich das Highlight und lassen in Ansätzen darauf hoffen, dass in "The One", dem letzten Teil der Reihe, die Storyline mit Rebellen und Illeas Geschichte überhaupt umgesetzt wird.

Leider war "The Elite" einfach nichts, was meinen Erwartungen wenigstens halbwegs das Wasser reichen konnte. Während auch der Vorband sicher nicht perfekt und ein Stück oberflächlich war, punktet "The Elite" lediglich mit ein bisschen Unterhaltung im Seifenopernstyle. Der Fokus liegt eindeutig auf Americas Hin-und-her und über das Schloss der Königsfamilie hinaus erfährt man so gut wie nichts. Schade, denn schlussendlich ist "The Elite" keine Dystopie, sondern eine schnulzige und langweilige Liebesgeschichte, die in einem zwar fiktiven, aber für die Leser noch unbekanntem Setting spielt. Ob "The One" das wieder gut machen kann? Trotz der Enttäuschung werde ich mir nicht entgehen lassen, es herauszufinden.


Die US-amerikanische Autorin Kiera Cass wurde in den 80er Jahren in South Carolina geboren. Im Anschluss an ihren Schulabschluss studierte sie Geschichte an der Radford University und lebt heute mit ihrer Familie in Virginia. 2009 veröffentlichte sie ihren ersten Jugendroman. 2013 erscheint mit "Selection" ihr aktueller Roman in deutscher Sprache. Ihre Freizeit verbringt sie mit Lesen, Tanzen, Videodrehen und großen Mengen Kuchen. [via lovelybooks]
Kommentare on "[REZENSION] The Elite"
  1. Hm. Ich weiß nicht, ob ich den zweiten Teil lesen soll, der erste war mir eigentlich schon zu oberflächlich und hat mich nur halb überzeugt.

    Aber richtig gute und verständliche Rezension :)

    Liebe Grüße,
    Hanna :)

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    1. Wenn du "The Selection" schon sehr oberflächlich fandest, dann wirst du "The Elite" wohl schrecklich finden. Lass es dann lieber.

      Daaanke! :)

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  2. Ui... Ich fand beide Bände total toll :))

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    1. Habe grade deine Rezension gelesen. :) Das was du so toll fandest, die vielen Gefühle, und die Eifersucht, hat mir einfach überhaupt nicht gefallen. Am Anfang fand ich es noch unterhaltsam, aber es geht ja fast nur darum. Aber freut mich, dass es dir besser gefallen hat als mir :)

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  3. Also, ich fand The Elite echt toll :) Hab's vor kurzem fertig gelesen und wird auch bald von mir rezensiert.. was bist du eigentlich für ein Team? ;) Aspen oder Maxon?

    Ich freu mich schon sooooo auf The One *_*

    Liebe Grüße!

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    1. Ich bin Team Aspen, wie ungefähr 1% aller Leser von "The Selection".
      Ich weiß, er hat Scheiße gebaut, aber er hat es für America getan und jezt wo er ein Two ist, hätte America ja ein gutes Leben mit ihm.
      Und du?

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    2. Ich bin auch durch und durch Team Aspen, er ist halt viel authentischer als Maxon. Sowieso finde ich, dass Maxon irgendwie falsch ist und was im Schilde führt, der kommt mir sehr geheimnisvoll rüber..
      Deswegen verstehe ich auch nicht, warum alle Team Maxon sind 0.0

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    3. Ist wirklich so! Maxon ist meiner Meinung auch nicht der, der er vorgibt zu sein!

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