[FILM]-Gedanken: Chroniken der Unterwelt: City of Bones





Jeder, der meinen Blog schon etwas länger verfolgt, wird wissen, dass ich mit Worten wie "The Mortal Instruments", "City of Bones" und "Cassandra Clare" nur Gutes verbinde. Denn tatsächlich haben mir diese Bücher meine ersten richtigen guten Lesestunden im Genre Fantasy geschenkt (Zu meiner Rezension). Seit dann die Verfilmung verkündet wurde, war ich ständig am recherchieren, habe mich über den Cast teilweise gefreut, teilweise schrecklich aufgeregt und war immer up-to-date. Doch als es dann gestern zum Kinostart dann wirklich darum ging den Film zu gucken, war es für mich dann schon eine nervöse Angelegenheit. "Wie wird es wohl sein eins meiner Herzbücher dann auf der Leinwand zu sehen?"

Überraschenderweise hat sich meine Riesenangst vor dem Film dann als unnötig herausgestellt. Bei dem Setting haben sich die Filmemacher wirklich sehr an die Vorlage gehalten. Ob es sich um den düsteren Club "Pandemonium", Jocelyns kleine Wohnung oder die Location für Erics Gedichtlesung handelt, es sind die kleinen Details, die mich überzeugt haben und, an denen ich wirklich merken konnte, dass sich da jemand wirklich viel Mühe gegeben hat. Auch bei den Outfits der Charaktere konnte ich mir auch das Schmunzeln ein paar Mal nicht verkneifen, wenn durch so simple Sachen wie der Aufdruck auf Simons T-Shirt "Made in Brooklyn" seine Persönlichkeit ausgedrückt wird. Das hat dem Film eine alltägliche und charmante Atmosphäre gegeben, die auch notwendig war, da es ansonsten recht actionreich und gruselig vorging: An Kämpfen gegen die Dämonen haben sich die Filmmacher nämlich reichlich bedient. Alle paar Szenen taucht ein Ungeheuer auf und diese Stellen schaffen es wirklich viel Spannung und Action einzubringen, aber auch eine "Gruselatmosphäre", denn ich bezweifle, dass jeder Bilder von Dämonen, die sich winden und tödlich angreifen, verkraften kann, der über 12 Jahre alt ist. An der Darstellung der Dämonen kann ich mich allerdings nicht beschweren: Es wirkt alles recht echt und auch bei viel Bewegung bleibt das Bild scharf.

Auch wenn der Anteil an Action ordentlich umgesetzt wurde, ist er mir persönlich einfach zu groß. Nach dem tausendsten Aufblitzen der Schattenjägerwaffen, verliert es an Originalität und die Minuten hätten sich die Filmemacher nehmen können, um Jace Vergangenheit in einer kleinen Rückblende ausführlicher zu zeigen. Dass aus dem Buch dann mehr Kämpfe als Dialoge übernommen wurden, enttäuscht mich als Buchkenner schon, da dies eine große Stärke der Vorlage ist. Einige von Jace berühmt-berüchtigten Zitaten sind definitv und unverändert dabei, aber an vielen Stellen tauchen auch neue Gags auf, die jedoch lange nicht so gut ankommen.

 Auch das Finale entfernt sich soweit von der Buchvorlage, dass viele enscheidende Punkte fehlen, die in City of Ashes eine Rolle spielen. An dieser Stelle muss ich aber zugeben, dass das einem Nichtkenner des Buches nicht aufgefallen wäre und diese Zielgruppe somit auch Gefallen an dem gesamten Film finden kann. Sogar männlicher Protagonist Jace, der sich im Film ganz anders benimmt als in der Vorlage, wird wohl für die meisten dennoch Sympathieträger sein. In meinen Augen hat ihn Jamie Campbell Bower nicht getroffen: Er ist zu ernst, zu offen Clary gegenüber und verkörpert nicht den typischen sarkastischen-männlichen Jace (falls euch das etwas sagt). Von den restlichen Schauspielern bin ich schon immer überzeugt gewesen und geändert hat der Film diese Einstellung auch nicht. Lily Collins, Robert Sheehan und Kevin Zeger verkörpern ihre Rolle fast 1-1 und auch wenn Jemima West für Isabelle ein Stück zu nett und freundlich ist, stellt sie dennoch eine selbstbewusste Schattenjägerin dar. Doch leider teile ich das Bild, welches Harald Zwart von den Schattenjägern hat, überhaupt nicht.

"Chroniken der Unterwelt: City of Bones" ist -wenn man es als Einzelwerk, ohne das Buch zu kennen, betrachtet- sicher ein spannender, actionreicher und vielseitiger Film, der die Kinobesucher in ein etwas anderes New York entführt und mit interessanten und gut dargestellten Monstern, den Dämonen, aus der Welt der Urban-Fantasy überzeugen kann. Vorallem das Setting, die kleinen Details in der Umgebung und an der Kleidung der Charaktere, verleihen dem Gesamtbild das I-Pünktchen.
Allein als Buchverfilmung gesehen, ist es sicherlich kein Reinfall, wenn auch die Schattenjäger viel viel viel weltfremder dargestellt werden, als Cassandra Clare sie beschreibt. Hier und da wurden aus der Romanvorlage dann doch mehr Kämpfe genommen, als die eigentliche Substanz und Tiefe und auch an Clares Humor hätte sich Regisseur Harald Zwart eindeutig mehr bedienen können. Insgesamt aber ein unterhaltsamer Film, auf dessen Fortsetzung ich mich freue. Und bitte keine Vergleiche mit Twilight (nicht jede Buchverfilmung ist gleich Twilight!).
Kommentare on "[FILM]-Gedanken: Chroniken der Unterwelt: City of Bones"
  1. Uuuuhh! Jonathan Rhys Meyers spielt Valentine? HELL YEAH! Ich liebe diesen Typ! Also Jonathan Rhys Meyers, nicht Valentine... :D

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    1. Ich finde die Besetzung bei Valentine leider nicht so gut. Jonathan Rys Meyers spielt ihn so wild, und dabei ist er doch eher still und teuflisch... :D

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  2. Ich werd mir den Film glaub ich demnächst auch bald anschauen. Ich habe mir Jace auch nie so wie Jamie Campbell Power vorstellen können und ich fands schon bisschen verwirrend, dass Simon besser als Jace aussieht. Aber das ist eh kein Problem für mich, ich mag Simon sowieso mehr :)

    Liebe Grüße!

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    1. Genau, das dachte ich mir auch! Ich saß da die ganze Zeit und fand Robert Sheehan so toll und Jamie überhaupt nicht. Und in Büchern war es genau andersherum. Ja? Bist der erste Simon-Fan den ich kenne :D

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  3. hi.
    also ich find den film toll. trotz kleiner mängel ( z.b. ratte ) ist der film gut gemacht, valentin fand ich vom alter her okay. gestört haben mich eher die spoiler ( manche sachen kommen ja erst viel später raus).
    die action hat mir auch super gefallen und durch den film sind mir manche figuren auch sympathischer geworden.
    mal eine kleine frage : hogde ist doch im film nicht gestorben, oder ?
    toll, waren für mich auch die details.
    und jamie ist für mich als jace perfekt, ich hatte wirklich das gefühl jace steht vor mir, mit hauch und haaren. alleine seine art.
    und die besten sprüche sind auch alle drin :)
    ich und eine freundin von mir konnten uns teilweise vor lachen kaum halten. oder bei den szenen zwischen magnus und alec.
    genauso gut wie ein buch kann ein film eh nie werden und alle details geht ja auch nicht.
    aber das war für mich trotzdem einer der besten buchverfilmungen, die ich je gesehen habe. auch die emotionen sind für mich superecht rübergekommen.
    auch personen bei denen ich am anfang zweifel hatte : alec, isabelle und simon.
    waren genauso wie im buch.
    alles liebe callie
    :)

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    1. Hey Callie :)
      Das mit der Ratte hat mich auch nicht wirklich gestört, auch wenn es ja schon ein prägendes Ereignis ist. Wahrscheinlich hängt es wirklich von Jace ab, wie man den Film findet, da sein Charakter die Story wirklich trägt. Mir hat er leidern nicht gefallen, auch wenn ich das Gesamtpaket als Buchverfilmung schon gelungen fand.
      Nein, ich denke nicht, dass Hodge gestorben ist :D Also hoffe ich, denn in "City of Glass" sollten wir ihn ja wiedersehen :)
      Und ja, die Szenen zwischen Magnus und Alec fand ich auch gut getroffen! :D

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  4. Ich habe das Buch auch gelesen und den Film gesehn :)
    Und beides gefällt mir gut.
    Meiner Meinung nach passt Jamie perfekt als Jace aber jeder hat da seine eigene Meinung und ihn ja auch individuell beim lesen sich vorgestellt.
    Ne Freundin von mir, die mit mir im Kino war, hat das Buch noch nicht gelesen, der Film hat ihr aber trotzdem gut gefallen. Und das Buch hat sie sich dann auch noch gekauft :D
    Also im großem und ganzen finde ich den Film echt gut und die Bücher sowieso :)

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    1. Also ich habe schon das Gefühl, dass Jamie Campbell Bower da der Knackpunkt ist. Entweder man hasst ihn in der ROlle oder man liebt ihn...
      Ja, ich glaube auch, dass man ohne Vorwissen den Film echt cool finden wird. UND JA DIE BÜCHER SIND AUCH FANASTISCH!!!

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