[REZENSION] Zwischen uns die halbe Welt

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Von wegen Liebe! Es ist doch einfach hoffnungslos, wenn man ungefähr die halbe Welt zwischen sich hat. Während Avi also nun mal nicht da sein kann, beschließt Amy, sich von ihrem Kummer abzulenken, indem sie hochkreativ und selbstlos dem Liebesglück ihrer Umgebung nachhilft. Voll in Fahrt, kommt ihr aber ständig dieser schräge Nachbarsjunge Nathan in die Quere ̶ und plötzlich sind die beiden sich näher, als gut ist. Zumindest wenn ein total verliebter, durchtrainierter "Sommerflirt" namens Avi vor der Tür steht ...


Ich bin Amy Nelson-Barak.

Auch nachdem ein paar Monate seit dem Urlaub in Israel vergangen sind, kann Amy nur an Avi denken. Denn eins war für sie schon von Beginn klar: Avi ist weitaus mehr als ein Sommeflirt und ihn ständig als ihren Nicht-Freund bezeichnen zu müssen, macht es nur noch unerträglicher. So beschließt sie das Leben ihres beschäftigten Vaters durch eine Frau vielfältiger zu machen und meldet ihn prompt bei einer Jüdischen Dating Internetplatform an - natürlich ohne seine Erlaubnis! Hätte Amy sich damit nicht schon genug Probleme kreiert, muss sie nebenbei noch darauf achten, dass Köter kein Chaos anrichtet und sich mit dem komischen, neuen Nachbarsjungen Nathan streiten. Als Avi dann plötzlich in Chicago ist, muss Amy versuchen schnell alles wieder grade zu biegen - was aber gar nicht so einfach ist, wenn man ein wandelndes Desaster ist!

Da "Nur ein kleiner Sommerflirt" ein voller Erfolg war, mein Leserherz erobert und Sommerlaune in den kalten April gebracht hat, geht die Geschichte um Amy und ihr Chaos, was sich Leben nennt, mit "Zwischen uns die halbe Welt" weiter. Wie immer, wenn die Ansprüche durch einen brillanten Vorband sehr hoch sind, muss man vorsichtig sein und die kleine Angst enttäuscht zu werden, besteht. Hat die Story jetzt, wo sie nicht mehr im unbekannten, neuen und außergewöhnlichen Isreal stattfindet, an Charme verloren? Nein, nein, nein! Bei Amy Nelson-Barak doch nicht! Schon nach ein paar Seiten konnte ich alle Befürchtungen über Bord werfen und die Show genießen, denn das wundervolle Chaos, was Simone Elkeles da auf die Seiten gebracht hat, ist einfach unverbesserlich.

Der Schreibstil ist ein Treffer ins Schwarze. Aus der Sicht der frechen Amy erzählt, ist auch ihre Wortwahl und der Stil ihrer Gedanken typisch jugendlich und frech. Besonders Leser meines Alters werden sich in den Worten und Dialogen pudelwohl fühlen, da sie wie aus dem Leben selbst gegriffen und aufgeschrieben sind. Elkeles beweist ihren guten Sinn für Humor und kommt damit sehr gut an, denn "Zwischen uns die halbe Welt" schafft es mehr als nur ein paar Mal zum Schmunzeln zu bringen. Und dabei (was nicht häufig vorkommt) nicht aufgesetzt zu wirken.

Ebenso sind auch die Charaktere einfache mit Problemchen, Stärken und Schwächen ausgestatte Menschen, die hier versuchen das Beste aus allem zu machen. Am sympathischsten aus meiner Sicht Protagonistin Amy, mit der ich mich fast 1-1 indentifizieren konnte und die deshalb mein größtes Verständnis für ihre kleinen Schwächen und ihre Zickanfälle bekommt. Sie ist einfach ein 17-jähriges Mädchen, mit einer Menge Temperament, die sehr authentisch wirkt, da sie nicht alles richtig macht. Denn wer macht das schon? Daneben Avi, der für sein Alter eine Menge erlebt hat und trotz seiner harten Schale beweist, auch Ecken und Kanten zu haben und so der nichtperfekte (und das meine ich durch und durch positiv) männliche Protagonist ist, für den jedes Leserherz schwärmen kann. Ich persönlich fand es nicht schade, dass Kapitel aus Avis Perspektive gefehlt haben, da ich lieber komplett in Amys Rolle schlüpfen wollte und die Ungewissheit, was Avis Gefühle angeht, dem Roman die bestimmte Würze gegeben hat. Auch wenn die beiden das absolute Highlight dieser Lovestory sind, kommen auch Jessica, Nathan und Miranda nicht zu kurz und nehmen in "Zwischen uns die halbe Welt" genau den Platz mit ihrer verrückten, einzigartigen und süßen Art ein, in den sie gehören. In einer anderen Rolle oder ganz weg kann ich sie mir in der Trilogie nicht vorstellen und hoffe, dass sie auch im letzten Teil wieder an Amys Seite stehen werden.

Und wenn die ganzen optimistischen und positiven Worte noch nicht genug dafür sprechen, diese Reihe nicht zu verpassen, dann muss ich der Vollständigkeit halber auch die Handlung loben: Nichts wird in die Länge gezogen, aber kommt auch nicht zu kurz. Sowohl von Gedanken, als auch von richtiger Desaster-Girl-Action gibt es etwas in dem zweiten Band der "How To Ruin"-Trilogie, die aufregender und witziger nicht sein könnte. Amys Abenteuer sind zwar einfach und ohne lebensgefährliche Aktionen, dennoch fesseln sie den Leser an die 350 Seiten. Ein absoluter Pageturner! Wann kann ich endlich den dritten Teil verschlingen?

Ein Buch zum verlieben! Zwischen Leser und Buch liegt mit Sicherheit nicht "Die halbe Welt" - im Gegenteil! - ich hatte das Gefühl alles selbst zu erleben. Elkeles schreibt frech, humorvoll, hinreißend romantisch,steckt so viel Persönlichkeit in ihre Charaktere und lässt sie dabei aber so normal und authentisch wirken, dass sie die Jugendlichen (aber auch Erwachsenen) von nebenan sein könnten. Auch ohne Israel als Schauplatz ist ein bisschen israelischer Charme dabei und auch über die jüdische Kultur lernt man als Leser etwas. Amys Geschichte ist ein kleines Abenteuer und schafft es ohne viel Krimskrams, sondern mit dem einfachen Leben etwas besonderes zu sein. "Die!" sage ich jetzt mal auf Hebräisch, denn ich will nicht zu viel loben und verraten, nur noch eins: Lasst es euch nicht entgehen!

Simone Elkeles wurde am 24. April 1970 in Chicago, Illinois geboren. Sie absolvierte die High School in Deerfield, Illinois, einem Vorort von Chicago. Sie nach ihr Studium an der Purdue University auf, wechselte dann aber an die University of Illinois wo sie ihren Bachelor in Psychologie machte. An der Loyola University Chicago schloss sie mit einem Master in Industrial Relations ab. Bald nach dem Studium begann Elkeles mit dem Schreiben für Jugendliche. Derzeit arbeitet sie parallel an drei Reihen. Ihren Debütroman »How to Ruin a Summer Vacation« – dem ersten Band der »How to Ruin Trilogy« – veröffentlichte sie 2006. Ihren internationalen Durchbruch erlangte sie jedoch 2008 mit dem ersten Band Ihrer »Perfect Chemistry Trilogy« der Anfang 2011 auch auf deutsch unter dem Titel »Du oder das ganze Leben« veröffentlicht wurde. Hierfür erhielt sie unter anderem den »RITA Award«. Im November 2011 erscheint voraussichtlich der zweite Band unter dem Titel »Du oder der Rest der Welt«. Der dritte Band erscheint in den USA unter dem Titel »Chain Reaction« (wörtlich übersetzt »Kettenreaktion«), wann die deutsche Ausgabe erscheint, ist noch nicht bekannt.


Ich bedanke mich sehr herzlich für die freundliche Bereitstellung dieses süchtigmachenden Rezensionsexemplares bei
Kommentare on "[REZENSION] Zwischen uns die halbe Welt"
  1. das heißt du fandest "Du oder das ganze leben" (wenn das in deutsch so heißt, Perfect Chemistry auf jeden fall) schlecht: :O
    Wieso das denn? das war so schön :(
    :D

    LG
    Hannah

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    1. Schlecht nicht, aber ich mochte Brittany nicht so gerne und es war unbesonders. Was ich mega toll fand war dass sie ab und zu auf Spanisch gesprochen haben. Aber mehr dazu in der Rezension. :-)

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  2. Also ich weiß ja nicht, ich fand den ersten Band eher enttäuschend und bin mir noch nicht sicher ob ich die Reihe weiter verfolge. Hmm

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    1. Kann ich überhaupt nicht verstehen! :( Ich fand beide Teile mega gut, was vielleicht daran liegt dass ich Amy so gut verstehe. Wenn du den ersten Teil nicht mochtest bin ich mir nicht sicher ob der zweite dir gefällt mhm :(

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  3. Ich habe schon so viele positive Rezensionen gelesen und will jetzt auch endlich :( :D

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    1. Dann tuuu es:):):) Lohnt sich meiner Meinung nach sowas von!

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  4. Ich kann dir nur zustimmen!!!Ich bin durch Zufall auf den ersten Teil gestoßen und habe ihn förmlich gefressen :-D
    Anschließend bin ich in die Buchhandlung gestürmt und habe mir die andern beiden Teile gekauft und wurde nicht enttäuscht, naja fast nicht...ich freue mich auf deine Rezension des dritten Teils. :-)

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