[REZENSION] Starters

Kaufen? Klick
 Nach einer unvorstellbaren Katastrophe gibt es nur noch sehr alte und junge Menschen. Mittellos kämpfen die 16-jährige Callie und ihr kleiner Bruder auf der Straße ums Überleben. Callie entschließt sich daher zu dem Undenkbaren: Sie verleiht ihren Körper an einen alten Menschen, dessen Bewusstsein übernimmt ihren Körper und kann so wieder jung sein. Doch alles verläuft anders als geplant ... Die Body Bank, ein mysteriöses wissenschaftliches Institut, bietet Callie eine einzigartige Möglichkeit, an Geld zu kommen: Sie lässt ihr Bewusstsein ausschalten, während eine reiche Mieterin die Kontrolle über ihren Körper übernimmt. Aber Callie erwacht früher als geplant, in einem fremden Leben. Sie bewohnt plötzlich eine teure Villa, verfügt über Luxus im Überfluss und verliebt sich in den jungen Blake. Doch bald findet sie heraus, dass ihr Körper nur zu einem Zweck gemietet wurde - um einen furchtbaren Plan zu verwirklichen, den Callie um jeden Preis verhindern muss ... [via Amazon]

Enders machten mir Angst.

Nach einem schrecklichen Krieg, bei dem auch bestimmte "Sporen" als Biowaffen eingesetzt wurden, bleiben nur noch Kinder, die Starters, und Alte, die Enders,  übrig, da diese wegen ihres schwachen Körpers geimpft wurden. Seitdem auch Callie Woodlands Eltern bei dem Sporenkrieg starben, lebt sie zusammen mit ihrem 7-jährigen Bruder Tyler und einem Freund, Michael, auf der Straße; denn den Starters dürfen nicht arbeiten und müssen sich durch jeden einzelnen Tag kämpfen. Die immer schlimmer werdende Lungenkrankheit ihres Bruders macht Callie auf ein Unternehmen aufmerksam: Prime Destinations bietet reichen Enders die Möglichkeit an für einen bestimmten Zeitraum Körper von Starters zu mieten. Auch wenn Callie dem illegalen Unternehmen sehr skeptisch gegenüber sieht, überredet sie der Gedanke, dass sie mit dem Lohn genug Geld hätte, um ihren Bruder zu retten. Doch schon während ihres ersten richtigen Auftrages läuft einiges schief: Plötzlich wacht sie aus der Trance auf in die sie das Unternehmen für die Zeit versetzt hat und kann die Stimme ihrer Mieterin, Helena, hören. Als Callie erfährt, dass Helena sie nicht aus dem gleichen Grund gemietet hat wie andere Enders das tun würden, ist Callie geschockt: Helena will, dass Callie den Senator tötet. 

"Starters" ist wohl die Dystopie, die neben "Die Bestimmung" im Jahr 2012 am meisten gehypt wurde. Eine Welt, in welcher die Lücke zwischen den Generationen so groß ist, wurde bisher meines Wissens nach noch nicht in der Literatur erschaffen. So ist der vergangene und für diese Welt verantwortliche Krieg die Sache, über die ich alles wissen wollte, um mir ein klares Bild machen zu können. Aber leider klärt Lissa Price den Leser da nicht wirklich auf, denn auch wenn alle paar Seiten Informationsschnipsel über den ständig erwähnten Sporenkrieg bereit liegen, sind auch nach Beenden des Buches noch viele Fragen offen und kein klarer Überblick geschaffen. Da kann ich nur hoffen, dass diese im zweiten Teil "Enders" aufgeklärt werden und Frau Price wichtige Details nicht einfach unter den Teppich kehrt. 

Ansonsten kann vorallem der Plot den Erwartungen gerecht werden, denn "Starters" lebt von der Spannung, die durch die Suche der Protagonistin nach der Wahrheit entsteht. Wem kann Callie trauen? Wo ist die Grenze zwischen Gut und Böse? Diese beiden Fragen gehen Hand in Hand mit dem Auftritt fast aller Charaktere. Zusammen mit Callie versucht man den nächsten Schritt des Old Man, des Gründers von Prime Destinations, vorherzusehen und kann es kaum erwarten endlich zwischen all dem hindurchblicken zu können. Leider wurde aus dieser Verwirrung dann auch manchmal ein bisschen zu viel. Die Rolle der einzelnen Charaktere ist mir auch jetzt nicht ganz klar. Vorallem bei Michael und Blake, die beide das Potential zum männlichen Protagonisten haben, weiß ich nicht worauf das hinauslaufen soll. Durch den Körpertausch weiß man nie ganz, wer wer ist, was die Storyline auf der einen Seite sehr komplex werden lässt, andererseits aber manchmal zu viel auf einmal ist.

Wovon es meiner Meinung nach aber eindeutig mehr von geben sollte, ist von Callies Gefühlswelt. Sogar als Protagonistin, die die Geschichte selber erzählt, wirkt sie sehr kühl und konnte von mir nur mit einer Glasscheibe dazwischen betrachtet werden. In den kurzen Momenten, in denen sich die Liebe auch ihren Weg in den Plot bahnte, dachte ich diese Wand würde durch starke Emotionen zusammenbrechen, doch leider konnte mir die Autorin mir sie nur dann einigermaßen nah und menschlich bringen, wenn es um Callies geliebten Vater ging, der ihr schlaue Ratschläge gab und von ihr schrecklich vermisst wird.

Auch am Schreibstil kann ich zuletzt die Entfernung kritisieren, die sie zwischen dem Leser und der Protagonistin bildet. Dazu kommen aber auch Unaufmerksamkeiten der Übersetzung, an denen ich nicht besonders festhalten will, über die ich jedoch ein paar Mal gesolpert bin.
Auch wenn "Starters" ein spannender Roman mit einer sehr neuen und interessanten Grundidee ist, hat er doch hier und da einige kleine Makel. Während von Callies Gefühlswelt ein bisschen mehr vor dem Leser preisgegeben werden könnte, hätte Lissa Price an dem Hinweis festhalten können, dass manchmal "weniger  mehr ist". Lesevergnügen bietet "Starters" aber allemal, weshalb ich es mir nicht entgehen lassen werde, herauszufinden, wie es denn mit Prime Destinations, Callie und dem Old Man weiter- bzw. ausgehen wird.

 Die US-amerikanische Autorin Lissa Price lebt heute, nach mehrern Aufenthalten in Japan und Indien, mit ihrem Mann in Kalifornien. Von Beruf ist sie Drehbuchautorin. Ihr Erstlingswerk "Starters" ist eines der höchstgehandelten Debüts der letzten Jahre. Der Roman erscheint weltweit im April 2012. Mit "Enders" erscheint im November 2012 nicht nur ihr zweiter Roman. Das Buch bildet gleichzeitig die Fortsetzung und den Abschluss ihres Debütromans "Starters". [via Lovelybooks]


Kommentare on "[REZENSION] Starters"
  1. Jetzt hast du mich nachdenklich gemacht... Von meinen Freundinnen kam nur Lob für dieses Buch. Naja, ich werd es dann lieber ausleihen
    Trotzdem eine gelungene Rezension ^^

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, Mel. :)
      Es macht Spaß es zu lesen, aber als Rezensent achtet man ja auch auf Details und da war "Starters" nicht besonders gut ausgerüstet.

      Löschen
  2. Mich konnte das Buch auch nicht so sehr überzeugen, ebenso wenig wie Enders ;)
    LG, Sandrina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Mhm, ist schon ein sehr blasses Buch. Aber "Enders" hat mir ein wenig besser gefallen als "Starters" (Rezension kommt noch).

      Löschen
  3. Oouh, "Starters" steht bei mir auch noch auf dem SuB rum... *hust*seitübereinemhalbenJahr*hust* :)
    Ich möchte es auch unbedingt noch lesen, weil eine Freundin es mir empfohlen hat! Zum Glück sind es nur zwei anstatt drei Bände...
    Sehr schöne Rezension - ich mag es, wenn jemand auch mal kritischer an ein Buch rangeht (hoffentlich kam dieser Satz jetzt nicht komisch an :D)

    Alles Liebe, Josi ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nein, der Satz hört sich voll okay an :)
      Daaanke, ich habe manchmal ein bisschen Angst ein gehyptes Buch zu kritisieren, weil sich dann die Fans oft angegriffen fühlen. Aber so ist es nunmal. :)

      Löschen