[FILM]-Gedanken: "Vielleicht lieber morgen"

Charlie ist gerade auf die High School gekommen und schlägt sich mit alterstypischen Problemen herum. Als er die lebenslustigen Geschwister Sam und Patrick kennenlernt und bisher unbekannte Gefühle für Sam entwickelt, ist die Verwirrung komplett. Aber selbst die erste große Liebe, wilde Partys, Drogen und Stress innerhalb der Familie trüben seinen Blick auf die Welt nicht er beobachtet sein Umfeld genau, macht sich Gedanken über seine Mitmenschen und versucht, seine eigene Rolle zu finden ... in dem, was wir Leben nennen.


"Vielleicht lieber morgen" ist eine dieser Buchverfilmungen, von der ich die Basis überhaupt nicht gelesen, oder überhaupt etwas von ihr gehört hatte. "Das also ist mein Leben" von Stephen Chbosky ist also für mich eine kleine Neuentdeckung in der Literatur auch wenn es ein Bestseller ist und mehr als genug von diesem Buch schwärmen. Was mir bei dem spontanen DVD-Kauf ins Auge gestochen ist, war viel mehr das Cover: So schlicht, dass es schon wieder auffällt und: Logan Lerman UND Emma Watson.

Charlie ist neu an der Highschool und hat Schwierigkeiten sich dort einzufinden. Mit sich trägt er eine sehr schwere Vergangenheit, da seine Tante verstorben ist und sich sein einziger Freund letztes Jahr erschossen hat.  Doch dann trifft er auf die, ein paar Jahre älteren Stiefgeschwister, Sam und Patrick und wird von ihnen freundlich aufgenommen. Mit den beiden fängt er an wieder Spaß am Leben zu haben, geht auf Parties, nimmt ab und zu Drogen und verliebt sich in Sam.

Es fällt mir sehr schwer meine Impressionen dieses Filmes in Worte zu fassen, einfach weil ich das Gefühl habe viele kleine Botschaften zwischen den Szenen noch übersehen zu haben. Denn "Vielleicht lieber morgen" ist einer von den Filmen, bei dem du nach jedem Schauen mehr verstehst, etwas neues interpretierst und das Bild in deinem Kopf sich ständig verändert. Die Charaktere sind äußerst außergewöhnlich, menschlich und sehr zerbrechlich: Charlie ist ein klassischer Außenseiter, der freiwillig Aufsätze schreibt und sich gegen nichts wehrt. Einerseits hat er mich an einigen Stellen ein wenig genervt, wenn er sich Sachen gefallen lassen hat, die absolut nicht gehen und wo ich mich gefragt habe, ob er denn gar keinen Stolz hat, andererseits steckt in Charlie auch eine sehr intelligente und aufmerksame Person, die noch einige Lasten und Ängste mit sich rumträgt, die sie aber im Verlauf des Romans ablegt. Sam und Patrick daneben sind auf den ersten Blick betrachtet das komplette Gegenteil: Sie sind extrovertiert, interessieren sich nicht für die Meinung anderer und mögen den Mainstream nicht. Aber auch bei ihnen wird deutlich, dass sie in ihrem Inneren Charlie sehr ähneln und auch ihre Vergangenheit gar nicht mal so unbeschwert war, wie man denken könnte.

Auch die Thematik, die besprochen wird, ist sehr umfangsreich: Selbstmord, Sexueller Missbrauch, Drogenkonsum und Toleranz vereinigen sich hier zu einer Story, die trotz dieser äußerst negativen Elemente, irgendwie verrückt und lustig, anstatt melancholisch wirkt. Aber das auch nur auf dem ersten Blick: Denn das was mich immer daran hindert, den Film jeden Tag zu gucken, ist, dass ich danach immer sehr zurückgezogen und traurig reagiere. Denn auch wenn sowohl Charlie und Sam als auch Patrick immer weiter machen, tragen sie Narben, was mich immer sehr an die Härte einiger Schicksale erinnert.

Auch wenn es mir wahnsinnig schwer fällt ein Urteil zu fällen, glaube ich kaum dass ich etwas falsch mache wenn ich sage, dass der Film wirklich empfehlenswert, sehr besonders und facettenreich ist, aber definitiv nichts für Zwischendurch. Es ist alles in einem keine leichte Kost und verbirgt viele Botschaften, von denen man bei jedem Schauen eine neue entschlüsselt.
Kommentare on "[FILM]-Gedanken: "Vielleicht lieber morgen""
  1. Ich kannte das Buch aber auch nicht und wurde durch den Film aufmerksamer. Mich interessiert die Problematik und das realistische dran. Den viel will ich noch gucken und werde dir auch am Ende sagen, wie es mir gefallen hat.

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    1. Das ist auch das Schöne daran, aber auch gleichzeitig das anstrengende an dem Film :)

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  2. Tolle Filmrezension!
    Ich teile deine Meinung.
    Ich hätte nie gedacht, dass dieser Film sooo wunderbar und toll ist.
    Ich hatte stellenweise Gänsehaut und am Ende saß ich da und hab Rotz und Wasser geheult!

    Das Buch habe ich gekauft, bevor ich den Film hatte. Wollte definitiv erst den Film sehen..
    Aber ich werde ''Das also ist mein Leben'' bald in Angriff nehmen.
    Und das am besten, wenn ich Zeit und Ruhe habe!

    Liebe Grüße
    Julcheen :))

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    1. Mach das! Und dann sag mir wie dus fandst :-)

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  3. Ich will das Buch noch unbedingt lesen, aber dann schau ich mir den Film auch endlich an :D
    Allerdings hast du dich im ersten Absatz verschrieben :D Du hast Emma Roberts statt Emma Watson geschrieben xD Aber irgendwie vertausche ich immer die namen^^

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  4. Ich fand es toll, dass es sich hier mal um eine Literaturverfilmung handelt, die wirklich gelungen ist und die Emotionen, die einen beim Lesen packen, ebenfalls beim Schauen hervortreten.

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