[REZENSION] Göttlich verliebt

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Der fulminante Abschluss der "Göttlich"-Trilogie.
Ein zweiter Trojanischer Krieg steht unmittelbar bevor. Weil die Scions sich gegenseitig bekämpfen, liegt es allein an Helen, Lucas und Orion, neue Verbündete für ihr bislang größtes Gefecht zu finden. Zugleich wächst Helens Macht und mit ihr das Misstrauen ihrer Freunde. Doch Helen kann deren Vertrauen zurückgewinnen und den unsterblichen Zeus in letzter Minute bezwingen. Aber was wird aus Helens ganz persönlichem Kampf um ihre Liebe zu Lucas?
Um zu verhindern, dass die sterbliche Welt in die Hände der 12 unsterblichen Götter fällt, brauchen Helen, Lucas und Orion neue Verbündete. Zugleich wächst Helens Macht und mit ihr das Misstrauen ihrer Freunde. Wie kann Helen deren Vertrauen zurückgewinnen? Womit lassen sich die Götter besiegen? Und was wird aus ihrem Kampf um die Liebe zu Lucas?

Zu ihrer Linken sah Helen etwas, das vermutlich der Styx war, denn in dem reißenden Strom trieben Unmengen von scharfkantigen Eisstücken.

Achtung: Spoilergefahr - aber nur falls du den ersten Teil "Göttlich verdammt" und den zweiten Teil "Göttlich verloren" nicht gelesen hast, denn diese Rezension könnte Hinweise auf die Ausgänge dieser geben. Über den Ausgang des dritten Teiles wird hier aber nicht gespoilert!

Nachdem Helen, Lucas und Orion Blutsgeschwister geworden sind, sind alle Häuser verbunden und die Olympier bewegen sich frei auf der Erde. Auch wenn die Normalsterblichen nichts von der Existenz dieser wissen, richten sie einen gewaltigen Schaden auf der Erde an; viele Menschen verlieren ihr Leben. Helen, Orion und Lucas wissen, dass sie etwas dagegen unternehmen müssen, aber während Helen immer entschlossener wird was den Kampf angeht, steht sie zwischen Lucas und Orion und ist unentschlossener denn je. Doch ihre Kräfte werden immer stärker und sie weiß, dass Zeus es auf sie abgesehen hat. Die Zeit zu Handeln wird immer knapper...
Was braucht der Abschluss einer Trilogie, um seine Vorgänger zu übertreffen und die Leserherzen zu erobern? Genau, ein Drama, eine facettenreiche Reihe an Charakteren und eine Grundidee, die man nicht überall findet. Damit versucht Josephine Angelini in "Göttlich verliebt" zu punkten und ... siehe da: Ihr Plan ist aufgegangen!

Josephine Angelini bleibt ihrem Schreibstil treu: Relativ schlicht, kitschig, aber sehr talentiert beim Ausdrücken von Gefühlschaos. Auch wenn er bis auf Ausnahmen wohl nicht besonders humorvoll ist und auch Poesie dort keinen Platz findet, erzählt sie so, sehr gut Helens Geschichte. Denn wie stark ihre Zerrissenheit zwischen Orion und Lucas, dem selbstlosen Denken und ihrem eigenen Glück ist, wird sehr gut vermittelt.

Eindeutig weiterentwickelt hat sich die Autorin jedoch bei dem Plot: Spannung ist ein riesiger Bestandteil der Handlung. Nach den zweihundert Seiten erreicht der Roman das Pageturner-Niveau und steigert sich dann in eine Richtung, die ich nie erwartet, geschweige denn vorhergesehen hätte. Vorallem die Grundidee wurde hier viel gründlicher ausarbeitet, als in den Vorbänden. Sie basiert noch stärker auf der Ilias von Homer, geht weiter ins Detail, die Rollen werden klarer und man erfährt mehr über jeden Einzelnen und seinen Doppelgänger des Trojanischen Krieges. Besonders ausgeprägt ist das bei Helens Verbindung zu ihrem früheren Leben, Helena von Troja. Durch ihre Tagträume begegnet man den Vorfahren jeder Persönlichkeit und es bildet sich immer deutlicher die Grenze zwischen Gut und Böse, wobei Josephine Angelini wahrscheinlich auf der Seite der Trojaner steht. Auch Kenner der Ilias werden bei der modernen Fassung der Charaktere nicht enttäuscht werden, denn auch wenn es sehr subjektiv ist, gelingt es der Autorin meiner Meinung nach relativ gut (auch wenn man beide Werke niemals vergleichen könnte).

Angelini wagt es ein Paar Charaktere sterben zu lassen (ich war kurz davor töten zu sagen!), was ab und zu dem Leser ein Paar Tränen entlocken kann, aber das Gefühlschaos perfekt macht. Wut und Sympathie vermischen sich hier sehr stark und machen Helens Hass und Widerstand gegenüber der Parzen verständlicher. Auch wenn sie in meinen Augen kaum die Sympathieträgerin der Reihe ist, hat  mich der letzte Band endgültig mit der Protagonistin zusammengeschweißt. Trotzdem konnte Helen nicht immer überzeugen, da ihre plötzliche Macht alles sehr unauthentisch machte. Der Plot fährt langsam auf die "Die Protagonistin ist eh die Beste"-Schiene: Sie kann, weiß und entscheidet alles. Ebenfalls mehr als nur negativ entwickelt hat sich in meinen Augen Claire, die ich nie für eifersüchtig und link halten gehalten hätte. SPOILER , auch wenn sie meint, alles für das Wohl der Welt zu tun, hat sie Helen verraten und schien an vielen Stellen einfach neidisch SPOILER ENDE  Ansonsten hat auch der Band wieder eine Palette an Persönlichkeiten zu bieten. Neben der riesigen Delosfamilie (die gar nicht mehr so Twilight-ähnlich wirkt), lernt der Leser sogar eine Halbsirene kennen und auch ein Paar Götter nehmen einen wichtigeren Platz ein, wenn Helen ihnen gegenübersteht. Meine Sympathiepunkte habe ich während des Trilogieabschlusses unzählige Male verteilt, um sie dann im nächsten Moment wieder zurückzunehmen. Wer jedoch wieder 90% davon bekommen hat, ist Hector Delos. Man kann's nicht ändern, er ist ein Held, wie er im Trojanischen Krieg auch war.

Fazit: Göttlich verliebt könnte eine Ursache für schlaflose Lesenächte sein, denn wenn man schon ein paar Seiten hinter sich hat, dann hält diese fantastische Mischung, die sich Buch nennt, den Leser gefangen. Die Charaktere gewinnen an Farbe und auch die Nebencharaktere verlieren ihren Schwarz-Weiß-Fokus im Abschluss der Trilogie. Auch Leser, die von den Vorbänden nicht nicht überzeugt sind, werden in diesem Roman etwas "göttliches" finden, da sie an Ecken und Kanten gewinnt und zum Schluss einen dreidimensionalen Eindruck hinterlässt. Leider hat es die Autorin mit Helens Machtanteil übertrieben und ein wenig Unauthentizität zwischen die Seiten gebracht.


 Josephine Angelinis Mutter dachte eigentlich vor der Geburt, dass sie ein Junge werden würde. Aber bei 6 älteren Schwestern und nur einem älteren Bruder, war es wohl Wunschdenken ihrerseits. Sie ist jedenfalls die jüngste von 8 Geschwistern. Da sie dann doch ein Mädchen war, bekam sie nicht den Namen Joseph sondern Josephine. So wuchs die Autorin umgeben von Frauen auf, die sie selbst als wunderschön, ja gleich Amazonen bezeichnet: tolle lange Haare, wunderschönes Lachen,... da hatte es Josephine als jüngste und kleinste manchmal gar nicht so leicht. Josephine Angelini wurde in Massachusetts geboren. An der New York University studierte sie Angewandte Theaterwissenschaften und interessierte sich dabei besonders für die griechische Mythologie. Das spiegelt sich auch in ihrem ersten Buch "Göttlich Verdammt", Teil 1 einer Trilogie, wider. Im Frühjahr 2012 wird ihre Reihe mit dem zweiten Teil unter dem Titel "Göttlich Verloren" fortgesetzt, ehe die "Göttlich Trilogie" 2013 mit "Göttlich verliebt" abgeschlossen wird. Bevor sie Autorin wurde, arbeitete sie als Bedienung und würde das auch wieder tun, wenn sie müsste, dabei aber weiterhin alles dafür geben, Autorin zu werden. Sie lebt mit ihrem Ehemann, einem Drehbuchautor, in Los Angeles. Auch ihre Tierliebe zeichnet sie aus - drei Katzen gehören ebenso zu den Mitbewohnern. [via lovelybooks] Mehr Informationen über die Autorin? Klick

 
Kommentare on "[REZENSION] Göttlich verliebt"
  1. Stimme Zu !
    Ber Clare hat eine Strafe verdient xD das zotat Bild ist total schön :)
    Alles Liebe

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  2. Ich fand ja Band 1 & 2 besser als "Göttlich verliebt"^^ Also es war jetzt auch nicht schlecht (ich hab 4 Punkte gegeben), aber irgendwie ist mir alles ein bisschen zu viel geworden. Helens Kräfte werden mit der Zeit schon etwas unglaubwürdig (auch wenn das ja eigentlich für ihre Rolle in der Prophezeiung so sein muss). Außerdem hat mir irgendwann der Kopf vor lauter Informationen geschwirrt. Ich finde es zwar toll, wie Josephine Angelini die Troja-Geschichte und auch die anderen Sagen einbindet, aber ehrlich gesagt, hatte ich Probleme, durch das alles noch durchzublicken^^ Teilweise hätte man da wirklich Tabellen, Zeitsträhle, Diagramme und so Zeugs gebraucht xD Außerdem hat mich einfach diese Dreiecksbeziehung genervt (wie schon in Band 2). Dadurch mochte ich Orion nicht, obwohl er ja eigentlich ein ziemlich netter Typ ist^^ Ich fand es einfach ein bisschen too much - Drama ist ja schön und gut, aber auf die Dreieckbeziehung hätte ich verzichten können -.-

    Sonst hat mir das Buch aber auch wirklich gut gefallen. Griechische Mythologie ist einfach total interessant und daher ist die Idee von "Göttlich" auch genial xD Und die meisten Charaktere (außer Clare, dafür umsomehr Hektor) sind echt super. Also ein schöner Abschluss für die Reihe, der definitiv spannend ist^^

    LG Filo

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