[REZENSION] Flamingos im Schnee

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 Campbell Cooper würde gern ein normales Leben führen, aber die Diagnose Krebs hat ihr den Alltagsie Campbell und den halben Hausstand zusammen und macht sich auf den Weg dorthin. Und tatsächlich gibt es in Promise Merkwürdiges zu sehen: Schnee im Sommer, Regenbogen ohne Regen und eine Schar Flamingos. Doch Campbell lässt sich so schnell nicht überzeugen. Erst als sie Asher kennenlernt und langsam beginnt, ihr Leben wieder zu genießen, scheint fast alles möglich …
genommen. statt sich wie jeder andere Teenager in ihrem Alter zu vergnügen, verbringt sie Tage und Wochen im Krankenhaus. Ihre Chancen stehen schlecht, das weiß sie, und an Wunder hat sie noch nie geglaubt. Ihre Mutter ist da anders. Als diese von einer Stadt in Maine hört, in der auch die unmöglichsten Dinge wahr werden, packt
Als Campbells Vater starb, hinterließ er ihr 1.262,56 Dollar - so viel, wie er in zwanzig Jahren als Feuertänzer in der Show The Spirit of Aloha im Disney Polynesian Hotel hatte auf die Seite packen können.

Cam weiß das sie sterben soll. Doch diese Neuigkeit lässt sie kalt, da sie schon lange aufgegeben hat und nicht wirklich an ein Leben ohne Krebs glaubt. Die Hoffnung und der Glauben an ein Wunder, was sie noch retten könnte, hat sie verloren, nachdem sich viele Schicksalsschläge aneinandergereiht haben. Im Gegenteil zu ihrer Mutter, Alicia, die Cam nicht einfach sterben lassen will und um sie kämpft. Auf der Suche nach Wundern, die ihre schwerkranke Tochter retten könnten, hört sie von dem kleinen Ort "Promise" an dem Ungewohnte Ereignisse an der Tagesordnung stehen. Über Nacht entscheidet sie sich für eine Reise mit ihren beiden Töchtern und versucht vergeblich in Cam diese Hoffnung auszulösen, die sie womöglich retten könnte. In Promise bietet der junge, gutaussehende Asher den dreien eine kostenlose Unterkumpft, zu der Alisia nicht nein sagt. Auch Cam gewinnt immer mehr an Interesse an Asher und mit der Zeit fängt auch diese an an ein unbeschwertes Leben zu glauben. An eine Zukunft nach diesem unvergesslichen Sommer. 
Zwischen den vielen Büchern über Krebs ist "Flamingos im Schnee" ein Roman, der zwar nicht besonders herraussticht, aber in der Originalfassung auf englischsprachigen Blogs ("The Probability of Miracles") hochgelobt wird. Doch was braucht ein Roman dieses Genre, um etwas Besonderes zu sein?

Bei Romanen, die die Geschichte einer krebskranken Person erzählen, ist die Atmosphäre oft sehr
 vorhersehbar. Auch das es wohl kaum nur humorvoll oder sehr oberflächlich sein kann, ist bei dem Beginn oder Kauf einer solchen Geschichte, das was zu erwarten ist. Auch wenn ich "Flamingos Im Schnee" zu dieser Kategorie zählen kann, ist die Geschichte und die Umsetzung anders, viel bunter und farbenfroher, als bei ähnlichen Romanen. Das beginnt bereits bei der Protagonistin Campbell Maria Cooper, die ein sehr außergewöhnliches und schweres Leben zu ertragen hatte. Angefangen bei ihrem Übergewicht in jungen Jahren, über der Scheidung ihrer Eltern und dem Tod ihres Vaters, bis hin zum siebenjährigen Kampf gegen dem Krebs, den sie -ihrem Arzt zu urteilen- verloren hat. Doch Cam geht zu Beginn mit der Situation so um, als sei es ihr relativ egal. Sie ist sehr sarkastisch, beinahe zynisch und sieht in den Menschen ihrer Umgebung immer nur das Schlechte. Das führt dazu, dass der Leser kein gutes Bild sowohl von der immer schlecht gelaunten Protagonistin, als auch von den Nebencharakteren, die anscheinend riesige Macken und Schwächen haben, hat. 
Dieses Bild verändert sich langsam nach der Ankunft in Promise. Cams Entwicklung und Veränderung ist ein wichtiger Bestandteil von Wendy Wunders Debüt, auch wenn es im Hintergrund abläuft und sich Cams neue Einstellung und Haltung in sie hineinschleicht, sodass der Leser es sehr spät und sie vielleicht sogar gar nicht merkt. Auf einmal hat sie das halb volle Glas im Blick und erkennt, wie viele Opfer viele Menschen für sie bringen und dass sie -trotz ihrer Fehler- wunderbare Persönlichkeiten sind. Parallel entwickelt sich auch die Atmosphäre von einer erdrückenden, in einer leichte, unbeschwerte, die an einen trockenen Sommerabend erinnert. Es scheint als könne man den Sand spüren und die salzige Luft schmecken und das Sommerfeeling ist für kurze Momente perfekt. Mit Cam vergisst man den Krebs. Doch auch der schmuggelt sich wie ein Invalide immer wieder in das Bild ein.

Die Personen sind wie aus dem Leben selbst gegriffen und entsprechen keinesfalls einem Klischee. Genauso wie Cam ist auch der männliche Protagonist Asher eine sehr gewöhnungsbedürftige, aber auch angenehme Person und die Dialoge zwischen den beiden realitätsnah und einfach schön. Sie können witzig, aber auch ernst sein und wenn das Thema Zukunft auftaucht, dann können entweder die Wolken über Promise auftauchen, wenn Cam nicht an ihre eigene Zukunft glaubt, oder aber die Sonne scheint noch höher am hellblauen Himmel wenn sie sich ausmalt, wie es wäre noch mehr als diesen Sommer mit Asher, ihrer Mutter, ihrer Großmutter und ihrer Schwester, Perry zu verbringen. 

Wendy Wunders Schreibstil ist kein auffallendes Meisterwerk in sich, auch wenn sie keine Fehler macht und ich nie das Gefühl hatte, ihr wäre das passende Wort nicht eingefallen. Ihre Wortwahl ist sehr detailliert und entweder sie ähnelt ihrer Protagonistin sehr, oder sie hat sich einfach sehr gut in die Rolle hineinversetzt, denn ihr Erzählstil passt wie angegossen zu Cams Redestil.
Fazit: Sollte man an Wunder glauben, oder nicht? Denn das soll es schließlich sein, worum es in "Flamingos im Schnee" oder was viel besser passt "The Probability of Miracles" geht. Aber Wendy Wunders Debüt erfüllt nicht gerne Erwartungen, und ist somit eine ganz andere Art von Roman als ich dachte. Und auch die Frage nach dem Glauben an Wunder überlässt die Autorin ihren Lesern. Warum lasst ihr euch nicht auch von Cams Geschichte in einen wundervollen und greifbaren Sommer ziehen? "Flamingos im Schnee" ist ein exzellentes Buch über das Leben, was jeden von seiner sanften Schönheit verzaubern kann, aber genauso den Mut aufbringt die Leser zu verletzen, um die Härte der Realität zwischen schönen Momenten nicht zu verstecken und um nicht vergessen zu werden.


Wendy Wunder unterrichtet Yoga in Boston, wenn sie nicht gerade schreibt oder Zeit mit ihrem Mann und ihrer zauberhaften Tochter Cadence verbringt. »Flamingos im Schnee« ist ihr erster Roman, und ja, Wendy Wunder ist tatsächlich ihr richtiger Name.

Mehr über ihren Debütroman? Klick.

Ich bedanke mich ganz herzlich für die freundliche Bereitstellung dieses wirklich wunderbaren Rezensionsexemplares bei
Kommentare on "[REZENSION] Flamingos im Schnee"
  1. Wow! Das klingt echt gut! Eine wirklich tolle Rezi, ich glaube, du solltest mal ein Buch schreiben, dein Stil ist echt toll. Irgendwie so emotionshaft (?). :)

    Das Buch klingt echt gut, das wandert gleich mal auf meine Wunschliste. ;)

    LG,

    Nicole :)

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    1. Och, Nicole, daaanke für die aufmunternden Worte, aber ich und ein Buch? Hmm, ich werd drüber nachdenken ;)

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  2. Ich finde das Cover irgend toll ^^
    Deine Rezi macht es einem nicht leicht die Wunschliste klein zu halten.
    Du bist grausam ^^ immer yo interessante Bücher rezensieren aber kein Mitgefühl für die leute haben die mit einem Schüler-Budget leben müssen *frech grinsen*

    Alles Liebe, Ally

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    1. Ja, das ist es auch! So schlicht, aber es passt!

      Muhahaha :D Das Schulbudget kommt mir bekannt vor! Aber wozu gibt es Rebuy? Oder nette Tanten und Onkels? :D

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