[REZENSION] Die Auserwählte

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 Mia Price liebt es, vom Blitz getroffen zu werden. Es löst in ihr eine überwältigende Energie aus, nach der sie sich immer öfter sehnt. Als aber ein gewaltiges Erdbeben ihre Heimat Los Angeles fast komplett zerstört, geht es nur noch ums Überleben. Im Chaos der Nachbeben werben zwei rivalisierende fanatische Gruppen um Gefolgsleute. Beide versprechen, dass nur ihre Anhänger den nahenden Weltuntergang überleben werden, und beide wollen Mia auf ihre Seite ziehen. Ist sie etwa die Schlüsselfigur der bevorstehenden Apokalypse?

 Wenn man so oft vom Blitz getroffen wurde wie ich, rechnet man irgendwann ständig mit dem Schlimmsten. Man ist sich nie sucher, wann wieder eine jener gezackten, mit Millionen Volt elektrischer Spannung aufgeladenen Linien weißen Feuers vom Himmel herabschießen und einen treffen wird. 

 Nach einem schrecklichen Erdbeben, das fast ganz Los Angeles zerstört hat, versucht Mia Price mit allen Mitteln ihre Familie zusammen zu halten. Ihre Mutter schafft es einfach nicht ihr Trauma zu überwinden, nachdem sie tagelang unter den Trümmern von Gebäuden lag und so lastet auf Mia die ganze Verantwortung für sie und ihren jüngeren Bruder Parker. Als die beiden wieder anfangen die Schule zu besuchen, müssen sie aber feststellen, dass sich einiges verändert hat. Es bilden sich jetzt deutlich zwei Gruppen unter den Schülern: Einmal die Anhänger eines TV-Propheten , der von dem Weltuntergang in wenigen Tagen spricht und Bürger durch Furcht auf seine Seite zieht, und einmal die "Suchenden", wie sie sich Mia vorstellen und die ständig vom "Funken" reden. Beide Gruppen versuchen sie mit allen Mitteln für sich zu gewinnen. Könnte das damit zusammenhängen, dass Mia so oft vom Blitz getroffen wurde? Und welche Rolle spielt Jeremy, der ihr rät sich von beiden Gruppen fernzuhalten?
Mia Price als Protagonistin war mir nicht von Anfang an sympathisch. Es kam mir so vor, als wäre ihr viel gleichgültig, als wenn sie über bestimmte Dinge nicht richtig nachdachte. Besonders bei Erzählungen aus ihrer Vergangenheit hatte ich Schwierigkeiten ihre Handlungen nachzuvollziehen. Das ließ es mir nicht zu ihren Charakter zu verstehen. Doch nach der Einleitung und ein paar Kapiteln, stellte ich fest, dass Mia Price nicht alles egal ist und, dass sie die eine Eigenschaft besitzt, die ich an Protagonistinnnen schätze: Kampfgeist und Durchhaltevermögen. Sie ist sehr selbstständig und wirkt sehr viel erwachsener, als ich es von einer 17-jährigen erwartet hätte. Sie entspricht wohl keinem Einzigen Klischee und von Kitsch kann bei ihr nicht die Rede sein. Das trifft womöglich aber auf den ganzen Roman zu: 

Während ich der Anfang sich noch etwas zog und ich auf die Entscheidende Wendung wartete, fand ich diese dann schließlich mit dem Schulbesuch von Mia und Parker. Auf einmal verging die monotone Melodie des Romanes und eine große Palette an Charakteren brachte frischen Wind in die Handlung. An Spannung gewann die Handlung, aber erst mit dem Erscheinen von Jeremy, da er sich in keine der beiden Gruppen zuordnen lässt und ein großes Rätsel bildet, was Mia wohl genauso gern lösen will, wie der Leser selbst. Denn Jeremys und Mias Beziehung ist eine Kitschfreie-Zone, was ich zwischendurch zwar leider bedauern musste, aber auch etwas völlig Neues und Erfrischendes darstellte. 

Ebenfalls einen kleinen Pluspunkt von meiner Seite hat sich Jennifer Bosworths Roman verdient, weil der Glaube eine kleine Rolle spielt. Ist der Ridley Prophet wirklich das Sprachrohr Gottes? Und ist es sein Wille die Welt zu zerstören? Verschiedene Aussagen von vielen verschiedenen Seiten, regen den Leser zum Nachdenken an und lassen ihn seine eigene Ansicht zu dem Thema irgendwo dazwischen suchen.

Doch leider hat es die Autorin mit ihren vielen neuen Ideen übertrieben. Sie zeigt immer mehr von einer sehr komplexen Grundidee und einer Welt mit Suchenden, Tarotkarten und Tradition, sodass ich zunächst begeistert und sehr auf die Auflösung der ganzen Fragen gespannt war. Leider vergisst die Autorin diesen Teil.  Auch nach Beenden des Romans habe ich noch unzählige, wichtige Fragen, die einfach nicht beantwortet werden. Zwar ist die Haupthandlung in sich zum Schluss abgeschlossen, aber mit Folgebänden hatte ich sehr stark gerechnet. Doch nach einigen Recherchen, wird "Die AUserwählte" wohl ein Einzelband bleiben, was ich sehr schade finde, da diese offengelassenen Handlungsstränge meine Bewertung stark beeinträchtigt haben. 
Fazit: Ein sehr erfrischender und klischeeloser Roman, der frischen Wind in dieses Genre bringt und sich auch ansatzweise mit dem Glauben außeinander setzt. Alle Charaktere sind sehr besonders, und dennoch stehlen sie Mia und Jeremy nicht die Show. Es ist ein wirklich spannender Roman, der aber leider zu viele offene Handlungsstränge hat sodass die Grundidee, diezunächst sehr umfassreich schien, sich am Ende als sehr klein und lückenhaft erweist.

 Jennifer Bosworth lebt in Los Angeles, Kalifornien, wo der Blitz nur äußerst selten einschlägt. Aber wenn es Gewitter gibt, dann bringt sie isch selbst schnell in Sicherheit. Zusammen mit ihrem Mann Ryan Bosworth bildet sie ein erfolgreiches Autoren- und Regieteam. Mehr über die Autorin und ihre Arbeit erfahren Sie auf ihrer Homepage: www.jenniferbosworth.com.


Für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares bedanke ich mich sehr herzlich bei
Kommentare on "[REZENSION] Die Auserwählte"
  1. Hm, der Inhalt hört sich echt toll an. Schade, dass dann am Ende so viele Fragen offen bleiben. Aber wenn das Buch sonst gut ist und dir gefallen hat, wandert es auch mal auf meine Wunschliste ;)

    Liebe Grüße :)

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  2. Der Inhalt klingt ganz gut, aber wenn so viele Fragen offen bleiben.. Das ist ja dann nicht soooo toll.. Ich werde mir das Buch aber trotzdem vielleicht mal angucken.. :)

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  3. OMG, dass hört sich genau nach etwas für mich an. Der Trailer ist der Hammer, dass Buch kommt mal sehr, sehr, sehr weit nach oben auf meine Wunschliste.
    *Wunschliste wächst und wächst und das ist allys Anas schuld =)*

    Alles Lieber, Ally

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    1. Och, Ally! :D ♥♥♥
      Der Trailer ist wirklich *-* aber es war für mich einfach nur eine weiter Dystopie - nichts außergewöhnliches, oder besonderes.

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