[REZENSION] Ugly - Verlier nicht dein Gesicht

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Tally kann ihren 16. Geburtstag kaum erwarten, denn dann steht die fur alle vorgesehene Schönheitsoperation an. Sie wird von einer Ugly zur Pretty werden, in New Pretty Town leben und keine Sorgen mehr haben. Tallys Freundin Shay dagegen sträubt sich gegen die Operation. Sie will nicht, dass andere uber sie bestimmen. Als Shay fluchtet, lernt auch Tally die hässliche Seite der Pretty-Welt kennen. Denn die Behörden stellen sie vor eine furchtbare Wahl ...


Der Frühsommerhimmel hatte die Farbe von Katzenkotze.
Natürlich, dachte Tally, müsste man der Katze eine Zeit lang Katzenfutter mit Lachsgeschmack geben, um die richtigen Rosatöne zu erhalten. Die Wolkenfetzen wirkten ein bisschen zerzaust, sie wurden von einem Wind hoch oben durcheinandergewürfelt. Als das Licht verschwand, klaffte tiefblaue Nacht dazwischen hervor, wie ein umgestülpter Ozean, bodenlos und kalt.

Tally steht kurz vor ihrem ersehnten 16.Geburtstag. Denn dann wird sie von einer hässlichen Ugly zu einer beliebten Pretty werden, die jeden Abend Partys besucht, sich amüsiert und schön aussieht. Doch die Wochen bis zur Operation ziehen sich, da Tally ihren besten Freund Peris vermisst, der schon in New Pretty Town lebt. Nach einem unerlaubten Ausflug lernt sie Shay kennen. Shays Freunde sind genau wie Tallys auch schon hübsch und warten auf der anderen Seite des Flusses auf sie. Je mehr Zeit die beiden verbringen, desto klarer wird Shays Meinung gegenüber der Operation. Kurz vor der Operation entschließt Shay in die Wildnis zu fliehen und will dass Tally mitkommt. Sofort lehnt diese das Angebot ab.

An ihrem Geburtstag jedoch wird Tally zu den Specials gebracht, die sie vor eine schlimme Wahl stellen: Tally soll den verschlüsselten Wegbeschreibungen von Shay folgen und sie dann verraten, da die Specials die Rebellen, die in der Wildnis leben, als Bedrohung ansehen. Falls Tally den Anweisungen der Specials nicht gehorcht, wird sie nie hübsch werden.  Dieser grausamen Wahl ausgesetzt, entscheidet sich Tally dazu, ihre Freundin zu verraten. Doch bei den Rebellen angekommen, versteht sie immer mehr, was es mit der Operation wirklich auf sich hat...
"Ugly - Verlier nicht dein Gesicht" ist der Auftakt der "Ugly - Pretty - Special"-Reihe von Scott Westerfeld und eine der etwas älteren Dystopien, die im Moment in aller Munde sind. Wie wäre unsere Welt, wenn alle gleich aussehen würden? Wenn es ein bestimmtes Schönheitsideal geben würde, nachdem sich alle richten würden? Wenn die anderen als hässlich gelten?

Scott Westerfeld greift mit dem Begriff der "Schönheit" ein sehr kompliziertes, aber genauso interessantes Thema auf und wählt als Protagonistin, die von diesem System vollständig überzeugte, Tally Youngblood. Mir war Tally von Beginn an sehr sympathisch. Auch wenn sie zu Beginn sehr naiv ist und stark an den Lügen festhält, die ihr ihr ganzes Leben lang aufgedrängt werden, waren ihre Gedanken sehr verständlich und nachvollziehbar. An ihrer Seite lernt man die futuristische Welt in der Stadt, da sie die übliche Ugly verkörpert, sehr schnell kennen. Dass Scott Westerfeld gerade Tally ausgewählt hat uns diese Geschichte zu erzählen, ist sehr geschickt, da ihre Entwicklung über die knapp 400 Seiten umso größer ist. Die Wildnis verändert ihre Gedanken und ihr Verhalten sehr stark und macht die Entwicklung so anschaulich, das sie einen großen Teil am Lesevergnügen beiträgt.

Genauso gut passt auch Shay in die Rolle der Rebellin. Sie ist die erste, die vor Tally das System hinterfragt und verkörpert mit ihrer temperamentvollen, eigensinnigen Art sehr gut den Widerstand. Und auch David, der sehr schnell die Rolle des männlichen Protagonisten übernimmt, versüßt mit seinem Auftreten das Lesevergnügen. Diese drei Hauptcharaktere sind sehr unterschiedlich, aber haben auf ihre Art einen ausgearbeiteten sowie einzigartigen Charakter, der -wie schon erwähnt- auch gut der Rolle im Ganzen entspricht.

Die Handlung ist einen großen Teil des Buches langatmig. Zwar geschieht immer etwas interessantes, aber viele Textpassagen ziehen sich in die Länge, während wichtige Beschreibungen der Umgebung, oft etwas zu kurz kommen. Leider ist das Bild in meinem Kopf auch nach Beenden des Romans sehr lückenhaft. Die Atmosphäre, die bei Schluchten oder anderen aufregenden Schauplätzen, herrscht, wird kaum oder sehr "kühl" vermittelt, sodass der Funken bei mir nicht immer ganz übergesprungen ist. Ich habe mich zu oft noch ein wenig von der Handlung ausgeschlossen gefühlt, was teils auch an dem Schreibstil liegen mag. Auch wenn Herr Westerfeld die Emotionen der Charaktere dem Leser gut vermitteln kann, hätte die Ich-Perspektive dem Roman womöglich noch ein bisschen mehr Tiefe gegeben.
Fazit: Diese von Scott Westerfeld geschaffene futuristische Welt, kann vollkommen überzeugen! Der Begriff der Schönheit wird hinterfragt und dem Leser zum Nachdenken angeboten. Mit einer facettenreichen und sehr sympathischen Palette an Charakteren ist die Reise durch Ugly-, New Pretty Town und der Wildnis ein Muss für Dystopiefans und bietet sogar den Anfang einer Liebesgeschichte. Es hätte noch ein gewisses Potential bei der Beschreibung der Schauplätze und bei dem Schreibstil ausgeschöpft werden können, dennoch ist Ugly absolut lesenswert!

Kommentare on "[REZENSION] Ugly - Verlier nicht dein Gesicht"
  1. Steht in meinem Regal! Aber ich komme einfach nicht dazu! Ich sollte es langsam mal lesen, weil es sich so super anhört!

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  2. WOW tolle Rezi :DD
    Wir haben mal im Englischunterricht einen kurzen Ausschnitt von "Ugly" gelesen und ich fand den schon ziemlich gut. Das klingt echt interessant und nach deiner Rezi muss es unbedingt auf meine Wuli :DD
    LG ANNA :*

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  3. Bei "Ugly" überlege ich schon lange, ob ich die Reihe mal lesen soll. Bisher hat mich aber die anhaltene Dystopienmüdigkeit abgehalten und irgendwie ist es für mich so ein vielleicht-irgendwann-Buch. Allerdings muss ich sagen, dass deine Review (ich habe bisher kaum eine zum Buch gelesen) mich neugierig macht und ich schon Lust bekomme, es mal zu lesen. Ok, dass was du im letzten Abschnitt über das "ausgeschlossen fühlen" schreibst, macht mich dann aber auch nachdennklich. Solch etwas unterkühlte Sichtweisen mag ich nicht immer. Es kommt dann aber wohl ganz auf den Rest an. Ich werde "Ugly" jetzt wohl mal im Blickfeld behalten und vielleicht mal beim Tausch Ticket spionieren gehen. :)

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
    Reni

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  4. Ich glaube ich bin die Einzige die Geschichte nicht so toll findet.
    Irgendwie ist es so Frablos, na ja schließlich kann man ja über geschmäcker streiten(war das richtig?)

    Es freut mich, dass es ja wenigsten einigen gefallen hat

    Alles Liebe

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    1. Ja, das stimmt schon: Es gibt nichts unterschiedlicheres als Geschmäcker!(: Ich werd mir mal deine Rezension durchlesen, ein paar "Schwächen" habe ich bei Ugly auch gefunden...

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  5. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  6. Ich fand das Buch okee aber nicht mega. In deiner Rezension beschreibtst du großteils Tallys Charakter. Dabei fand ich Tally nicht außergewöhnlich. In fast jeder Dystropie gibt es ein Mädchen das an schlechte Systeme glaubt und dann kommt heißer Typ und alles wird wieder gut .... Manchmal fand ich das Buch unglaublich farblos ... Also ich fands halt nicht so originell.
    So das wars kurzgefasst da ich das Buch wahrscheinlich nicht rezensieren werde .
    Liebe Grüße

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    1. Ja und ich fand ihren Charakter so einfach wie er war sehr passend. (:

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  7. Das Buch steht schon ewig auf meiner Wunschliste aber irgendwie bin ich noch nie dazu gekommen, es zu kaufen. Muss ich echt bald mal ändern^^ Schöne Rezi ;)

    LG Filo

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  8. Es gibt noch einen vierten Band, wenn mich nicht alles täuscht. Nämlich "Extra-Wer kennt dein Gesicht".
    Liebe Grüße,
    Marianne

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  9. Das will ich auch lesen!!! Mal schauen wann ich dazu komme :))

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