[REZENSION] Lieblingslied

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 In Wien begegnen Anna und Ethan sich zum ersten Mal. Es ist die große, die ganz große Liebe. Als sie heiraten, verspricht er ihr, ein Lied für sie zu komponieren, doch über die Jahre, in denen das Paar durch Höhen und Tiefen geht, gerät das versprochene Liebeslied in Vergessenheit. Als das Schicksal mit fürchterlicher Härte zuschlägt, sieht Ethan sich plötzlich mit der wichtigsten Frage seines Lebens konfrontiert: Ist es irgendwann zu spät, jenes Lied für seine große Liebe zu schreiben? [via blanvalet]
 

 ICH BIN EINE VERNÜNFTIGE PERSON ... denke ich jedenfalls. Aus diesem Grunde fühle ich mich hundsmiserabel bei dem Gedanken, dass ich vor ihrem Haus wie ein Irrer ausgerastet bin.

In "Lieblingslied" erzählt K.A.Milne die Geschichte aus der Sicht von Ethan Bright, welcher eine zwar komplizierte, dennoch zufriedene Kindheit hatte. Nach dem Tod seiner Mutter, verlor sein Vater seine Lebensmotivation und auch sein Interesse nach seinem Sohn, Ethan, der von da an bei seinen Großeltern lebte. Ethans Großvater wurde zu der bedeutensten Bezugperson während seiner Kindheit; die Beziehung der beiden hielt auch dann über viele Jahre lang. Als Ethan schließlich in Wien studiert und mit Straßenmusik sein Geld verdient, lernt er Annaliese kennen, welche auf einer kleinen Reise durch Europa, Wien erkundet. Nach mehreren Tagen, in denen Ethan für sie den Reiseführer spielt, kommen die beiden sich näher und gestehen sich ihre Liebe dann, als Anna für ihn zurück nach Wien kommt. Nach dem traumhaften Anfang ihrer Beziehung, begegnen die beiden jedoch vielen Hindernissen, genau wie einem Schicksalsschlag, der Ethan zeigt, wo die wichtigen Dinge des Lebens liegen.
Der Klappentext dieses Romans weist auf eine Liebesgeschichte, mit vielleicht ein paar Elementen aus der Kitschkiste, aber auch vielen Emotionen, was wohl bei einigen einen interessierten Blick oder ein Augenverdrehen auslösen würde. Auch ich bin mit genau diesen Erwartungen an den Roman gegangen und wurde von der Bescheidenheit des Klappentextes getäuscht, denn in "Lieblingslied" geht es um weitaus mehr, als um Anna und Ethans Liebesgeschichte.

US-Cover
Der erste Teil des Buches berichtet wie zu erwarten, den Anfang der Liebe zwischen den beiden Protagonisten. Auch wenn ein kurzer Prolog darauf hinweist, dass dieser Roman kein fröhliches "Happy End" bereithalten könnte, ist die Atmosphäre zwar ernst, aber auch leicht, und gerne habe ich zusammen mit Ethan Anna vor Wien, einem wirklich interessanten Schauplatz, kennengelernt. Denn Kunst und Musik spielen eine große Rolle in Anna und Ethans Welt und der Autor hat alle Elemente des Romans gut aufeinander abgestimmt: Sei es der Schreibstil, oder die kreativen Protagonisten.

Schon fast poetisch präsentiert K.A.Milne seinen gut lesbaren Schreibstil wie ein eigenes Kunstwerk, welches gut mit der Handlung harmoniert, da es ihr gewiss nicht "die Show stiehlt". Wäre sein Roman ein klassisches Musikstück, dann würde es fast durchgehend im Piano und Mol gespielt werden, da eine ruhige, aber sehr emotionale Handlung und Stimmung ein Hauptmerkmal ist. Was mich dabei fasziniert ist, dass trotz der, -besonders in der zweiten Hälfte-, traurigen Ereignissen die Stimmung nicht melancholisch, sondern hoffnungsvoll ist. Diesen Tanz auf dem Drahtseil schafft der Autor beinahe perfekt und trägt einen großen Teil zu dem Grund meiner so positiven Rezension bei.

Den anderen Part übernimmt eine andere Figur des Romans, ohne die "Lieblingslied" nicht das wäre, was es ist. Auch wenn Ethan und Anna durch ihre humane Art und -meiner Meinung nach- sehr sympathischen Moral automatisch ins Herz geschlossen werden, ist die Figur die dem Buch die gewisse Würze gibt, Ethans Großvater. Seine Geschichte hat mich zu Tränen gerührt und mir ein Bild von der Welt gegeben, von dem ich bisher nur den Rahmen gekannt habe. Der Zweite Weltkrieg taucht ebenfalls in Ansätzen auf und so entwickelte sich die ruhige Melodie der Handlung auch mal zu einer mit grausamen Akzenten.

Fazit: Kurz gesagt, schafft "Lieblingslied" -nicht nur knapp- den Sprung in das Regal der Bücher fürs Herz. Es geht nicht nur um Liebe, sondern auch um Karriere, Geld, Pech, Glück, Eifersucht, Widerstand, Opferung und Hoffnung. Dieser Roman rührt zu Tränen und ist wahrscheinlich genau deshalb eine Geschichte, die in den Kopf reingeht und dort auch bleibt.
© R.L. Doyle

Kevin A. Milne wurde 1973 in Portland, Oregon, geboren. Nach der Highschool konnte er sich nicht recht entscheiden, was er studieren sollte, und probierte von A wie Arbeitsrecht über P wie Philosophie, Politikwissenschaft, Psychologie und Publizistik bis hin zu Z wie Zahnmedizin ein Dutzend Studienfächer aus, entschied sich am Ende jedoch für einen Wirtschaftsstudiengang an der Penn State University. Heute arbeitet er tagsüber in einem Büro, nachts als Autor und währenddessen und eigentlich immerzu als treusorgender Vater von fünf Kindern. [Quelle: www.randomhouse.de]

 
Ich bedanke mich herzlich für die freundliche Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares bei
Kommentare on "[REZENSION] Lieblingslied"
  1. Auf die Rezension habe ich gewartet :D

    Das klingt einfach nur schön das Buch. Ich mag emotionale Geschichte sehr gerne...

    Wenn ich mein Kaufverbot aufhebe, wird das Buch als erstes dran glauben müssen :D

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  2. Das Buch habe ich bis jetzt noch gar nicht gekannt und scheine wirklich etwas verpasst zu haben^^ Klingt wirklich nach einer sehr berührenden Geschichte, die ich unbdingt lesen muss :) Danke für die schöne Rezension <3

    LG Filo

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  3. toller Blog, wird gleich mal verfolgt :)

    Das Buch ist, glaube ich mal, eher nichts für mich, aber deine Rezension ist trotzdem super :)

    LG, Sandrina

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