[REZENSION] Pandemonium

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 Die angepasste Lena von früher gibt es nicht mehr. Die glaubte, was man ihr sagte, und sich gegen die Liebe heilen lassen wollte. Dieses alte Ich hat Lena zurückgelassen auf der anderen Seite des Zauns, über den sie mit Alex geflohen ist. Hier, in der Wildnis, schließt sie sich dem Widerstand an. Ein Auftrag führt sie erneut in die Stadt. Und tief in ihrem Innern gibt sie die Hoffnung nicht auf, dass Alex doch noch am Leben ist. Sie muss ihn finden. Denn in ihrem Herzen lodert immer noch die Liebe. [Carlsen-Verlag]

Alex and I are lying together on a blanket in the backyard of 37 Brooks. The trees look larger and darker than usual. The leaves are almost black, knitted so tightly together they blot out the sky.

 ACHTUNG! Ohne das Vorwissen von Teil 1, "Delirium" könnte diese Rezension Spoiler enthalten!

Damals: Nachdem Lena es über den Zaun in die Wildnis geschafft hat, wird sie von Raven, einer Invaliden gefunden und zu deren Quartier gebracht. Dort lernt sie in der Wildnis zu leben und gewöhnt sich auch immer mehr an das Verhalten der Menschen, ohne die ganzen Einschränkungen auf der anderen Seite des Zauns. Doch den Schmerz trägt sie die ganze Zeit mit sich: Denn Alex hat es nicht über den Zaun geschafft.

Jetzt: Lena lebt als Spionin unter den Geheilten. Ihre Aufgabe besteht darin Julian Fineman, den Sohn des Vorsitzenden der VDFA, einer Organisation für ein Deliria Freies Amerika, zu beobachten. Doch dann bricht während einer öffentlichen Veranstaltung das Chaos aus und Lena wird zusammen mit Julian von einer anderen Gruppe von Invaliden eingesperrt. Zwischen all ihren Gesprächen kommen sie sich schließlich näher.

US-Cover
Die lang ersehnte Fortsetzung von "Delirium" habe endlich auch ich gelesen. Meine Erwartungen waren sehr hoch, da Delirium mich voll und ganz überzeugt hatte. Genauso war ich auch gespannt, wie es weitergehen soll: Worauf soll das Ganze hinaus? 

Auch in Pandemonium bleibt Lauren Oliver ihrem Schreibstil treu. Er ist fast schon poetisch, gebaut auf einer sehr detaillierten Wortwahl und ausgeschmückt mit Metaphern und Vergleichen. Vorallem die Enden vieler Kapitel scheinen fast wie aus einem Gedicht ausgeschnitten. In Delirium waren diese sprachliche Mittel ein schöner Begleiter der Handlung, in Pandemonium nehmen sie jedoch sehr viel Platz ein. Dadurch ziehen sich viele Passagen und Lenas Gefühlswelt wirkt nicht mehr emotional und mitreißend, sondern dramatisch und unauthentisch. An dieser Stelle ist es einfach zu viel des Guten, auch wenn Lauren Oliver wirklich einen wunderschönen, sehr außergewöhnlichen Schreibstil hat.

Vielleicht ist diese aufgesetzte Dramatik auch dafür verantwortlich, dass ich Lena am Anfang nicht wirklich in mein Herz schließen konnte. In Delirium hatte ich einen kleinen Eindruck von ihr bekommen und meine Erwartung, sie endlich mal besser kennenzulernen, wurde leider nicht erfüllt. Trotz der Ich-Perspektive blieb sie mir verschlossen. Von den ehrlichen, aufgeschlossenen Charakteren Alex und Hana fehlt in Pandemonium jede Spur. Dafür taucht Julian Fineman in Lenas Leben auf und er ist, -im Gegenteil zu Lena- ein sehr interessanter Charakter. 

So sind die Dialoge zwischen Lena und Julian auch mein Highlight des Romans. Genau wie Lena wollte auch ich mehr über seine Vergangenheit und seine unzähligen Geheimnisse herausfinden. An diesen Stellen entwickelte sich Pandemonium zu einem absoluten Pageturner.  Der Beginn des Buches zieht sich jedoch sehr stark, sodass ich wirklich Probleme hatte bis zu der ersten spannenden Wendung zu lesen. Danach lohnt sich das Lesen aber auf jeden Fall, auch wenn die Handlung wirklich an einigen Stellen sehr zäh ist. 

Was ich von der Dreiecksbeziehung, die in Pandemonium auftaucht, halten soll, weiß ich nicht. Julian ist eindeutig ein Sympathieträger -genau wie Alex-, und doch macht er alles viel komplizierter. Worauf Frau Oliver da hinsteuert kann ich nicht sagen, nur, dass sie keine Autorin für Leser ist, die Cliffhanger nicht mögen. Auch das Ende von Pandemonium ist alles andere als ein schönes Happy-End.

Fazit: Auch wenn ich viel zu bemängeln habe und Pandemonium meine Erwartungen leider nicht erfüllt hat, ist Pandemonium eine lesenswerte Fortsetzung. Frau Oliver übertreibt es manchmal mit den Metaphern und Vergleichen, dennoch ist ihr Schreibstil ein sehr schöner. Ein paar Seiten weniger hätten dem Roman sichtlich gut getan, vorallem, da die Handlungsstränge alles andere als langweilig sind. Wieder konnte sich die Autorin den Cliffhanger nicht verkneifen, aber zum Glück erscheint "Requiem" in der Originalsprache schon am 5. März 2013.


Die US-amerikanische Autorin Lauren Oliver studierte an der New York University Philosophie und Literatur und arbeitete anschließend kurze Zeit in einem New Yorker Verlag, bevor sie sich ausschließlich auf das Schreiben konzentrierte. Im September 2010 erschien ihr Debütroman »Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie« (Originaltitel »Before I Fall«). Im November 2011 erschien ihr zweites Buch »Delirium« ebenfalls im Carlsen Verlag, das gleichzeitig den Auftakt zur »Amor-Trilogie« bildet. im November 2012 erscheint mit »Pandemonium« der zweite Band der Reihe. Die Autorin lebt in Brooklyn, New York. [via lovelybooks]


Kommentare on "[REZENSION] Pandemonium"
  1. Hey ;D
    Pandemonium liegt schon eine ganze Weile auf meinem SuB. Keine Ahnung, warum ich es nicht schon längst gelesen habe. Werd ich wohl als nächstes machen. Mal sehen wie mein Fazit ausfallen wird.
    Alles Liebe Ilia

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  2. Also ich finde das Buch ist ein kleines Meisterwerk :)

    Habe soeben Requiem rezensiert :)

    LG

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