[REZENSION] Der letzte Zauberlehrling

 Kaufen? Klick


Aus der französischen Provinz reist der junge Zauberlehrling Humbert ins Paris des 19. Jahrhunderts, um sich beim alljährlichen Ball der Zauberer einen neuen Meister zu suchen. Doch in der großen Stadt angekommen, stellt er erschüttert fest, dass die Welt der Magie nicht mehr das ist, was sie einmal war. Denn fast alle Zauberer haben ihre Kräfte an den reichen Unternehmer Pompignac verkauft. Nur Humberts neuer Meister, ein wahrer Sonderling, ist noch im Vollbesitz seiner magischen Kräfte – und denkt nicht ans Verkaufen!
Doch worum geht es dem Geschäftsmann eigentlich? Nur ums Geld? Oder steckt eine geheime Verschwörung dahinter? Ehe Humbert sich versieht, geraten er und seine neuen Freunde in einen Strudel gefährlicher Ereignisse: Was hat der Erzkanzler mit all dem zu tun? Steht womöglich die Zukunft der Zauberei auf dem Spiel?
Der letzte Tag meines alten Lebens begann nicht anders als ungezählte

 
Nach einer achtjährigen Ausbildung bei seinem Meister, muss der junge Zauberlehrling Humbert sich einen neuen und besseren Zauberer als Lehrer suchen, um seinen Traum, ein Zauberer ersten Grades zu werden, zu verwicklichen. So bricht er nach Paris auf, um bei dem alljährlichen Ball der Zauber einen neuen Meister
zu finden. Doch dort angekommen, erwartet ihn eine erschütternde Nachricht:

Pompignac, ein sehr erfolgreicher Besitzer von einer Zaubermaterliallädenkette, hat alle Zauberer erster Klasse dazu gebracht ihm ihre Zaubersprüche zu verkaufen. Da alle potentiellen Lehrer somit ihre Kräfte für eine Menge Geld verkauft haben, gibt Humbert die Chance ein Zauberer zu werden auf, bis er jedoch Prometheus trifft. Er ist der Einzige, der nicht an den Geschäftsmann verkauft hat. So tun sich der letzte Zauberlehrling und der letzte Zauberer zusammen. Nach einiger Zeit erfahren sie jedoch von Pompignacs Vorhaben, welches alles andere als gut und nützlich für die Menschheit wäre...

"Der letzte Zauberlehrling" ist ein Roman voller Zauberei und Geheimnissen. Er erzählt die Geschichte des ehrgeizigen Zauberlehrlings Humbert, welcher darauf erpicht ist ein großer Zauberer zu werden. Die Einleitung in die Haupthandlung ist kurz und recht schnell findet man sich zusammen mit Humbert in Paris wieder. Die Atmosphäre der Großstadt mit ihrer Hektik und Aufregung passt wirklich sehr gut zur Handlung und es scheint als wäre die Handlung perfekt für diesen Schauplatz geschaffen.

Am Anfang jedoch konnte ich das aufregende und spannende Paris überhaupt nicht mit der Handlung verbinden. Viele Textpassagen zogen sich und ich blieb an vielen Stellen beim Lesen "kleben" und kam einfach nicht voran. Grund dafür ist womöglich, dass ich die Beschreibung der neuen Orte einfach zu undetailliert fand und ich mir leider kein Bild von Paris, Prometheus Haus oder auch von dem Charakteren machen konnte.

Schließlich ist das Eis gebrochen, als die Perspektive gewechselt hat und ein Kapitel aus der Sicht von Lothar, einem Dämonen, erzählt wurde. In den Kapiteln aus Lothars Sicht gefiel mir der Schreibstil ausgesprochen gut und ich habe nicht selten auch über den Sarkasmus des Dämonen schmunzeln müssen.

Nach diesen ersten hundert Seiten ging es aber bergauf. Die Handlung kam ins Rollen und überraschte mich mit einer gewissen Grundspannung. Ich war mir nie ganz sicher, welcher Charaktere ich trauen durfte und welcher nicht. Es schien als hätte jeder Einzelne seine gut versteckten Geheimnisse, die ich mit jeder weiteren Seite versuchte zu lüften. Gerade als ich dachte ich wüsste wer auf welcher Seite stand, wurde ich erneut durch einen Verrat verwirrt.

Ich wusste nicht, was sich hinter der Fassade all den Personen verbarg; eine Sache, die diesem Roman einerseits zwar einen einen kleinen Pluspunkt gibt, andererseits aber auch dafür sorgte, dass ich für keine wirklich Sympathie empfinden konnte. Dass mich aber auch Humbert leider nicht überzeugen konnte, lag an seiner Unsicherheit und an seinem Pessimismus. Nach einer Niederlage war er schon am Boden zerstört und es gab nur wenige Momente, in denen er sich einen Ruck gab und die Handlung ihren Lauf in die gewünschte Richtung nahm. Diese Momente sind womöglich auch die Highlights des Romanes.

Zum Schluss wurde ich aber tatsächlich in den letzten fünf Seiten mit einem offenen Ende überrascht, was mich dann doch neugierig auf den zweiten Teil macht. Die relativ oberflächliche Grundidee entpuppt sich dann doch als ein sehr kompliziertes und ausgeprägtes Geflecht und macht mich jetzt -trotz ein paar Schwächen- auf den Folgeband neugierig. 
Erwähnen muss ich auf jeden Fall nochmal, dass es auch wenn das Cover eher nach einem Buch für 12-jährige Jungen aussieht, es dennoch durch das höhere Sprachniveau und die schwierigere Handlung und Wortwahl, auch Älteren zusagen könnte.

Fazit: Alles in allem ist "Der letzte Zauberlehrling" ein lesenswerter Roman. Der Protagonist ist in meinen Augen zwar nicht gerade ein Sympathieträger und auch die Wortwahl ist -besonders am Anfang- sehr undetailliert; dennoch ist die Handlung dann doch spannend und voller Geheimnisse. Zum Schluss wird erst klar auf was für einer komplexen Grundidee dieser Roman entstanden ist und weckt somit die Neugier auf den Folgeband.

Gerd Ruebenstrunk wurde im August 1951 in Gelsenkirchen geboren. Er flog von der Schule, kam ins Internat, flog dort ebenfalls raus und machte trotzdem das Abitur. Als Rache arbeitete er ein Jahr als Lehrer, bevor er zur Vernunft kam und Psychologie studierte. Es folgten zwei Jahrzehnte als Werbetexter, Kreativdirektor und TV-Autor, bevor er die Faxen dicke hatte und für ein Jahr nach Mallorca flüchtete. Die Liebe führte ihn wieder zurück nach Deutschland, wo er 2008 sein Debüt »Explosion in der Motorenhalle« und kurz darauf "Arthur und die Vergessenen Bücher" veröffentlichte. Heute lebt er als freier Texter, PR-Autor und Schriftsteller mit seiner Familie im Ruhrgebiet. [via lovelybooks]

Ich bedanke mich herzlich für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares bei
Be First to Post Comment !
Kommentar veröffentlichen