[VERBANNT-WOCHE] Tag 1: Rezension







Den Start an ihrer neuen Schule hat Lily sich wirklich ganz anders vorgestellt: Schon am ersten Tag setzt ihre überdrehte Freundin Jinxy alles daran, sie zu verkuppeln, und ihr angeborener Hang zum Pechvogeldasein lässt sie von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpern. Umso überraschter ist Lily deshalb, als sie um ein Date gebeten wird - und das ausgerechnet von dem umwerfend gut aussehenden Rasmus (aka "Mr Schlafzimmerblick")! Doch dann verläuft das Treffen ganz anders als erhofft, und wenig später wird Rasmus in einen rätselhaften Unfall verwickelt. Während Lily noch glaubt, Prügeleien auf Partys und Peinlichkeiten auf dem Schulball seien die größten Probleme, mit denen sie fertigwerden muss, wird sie bereits hineingezogen in eine Rivalität zwischen Schatten und Licht ...

Die Farbe seiner Augen konnte ich zunächst nicht erkennen, so schmal waren sie; es sah aus, als würde er direkt in das gleißende Sonnenlicht blicken. Jinxy packte mich am Arm und kniff ein Stuck meiner Haut zwischen ihren Fingern zusammen. "Lily, Schlafzimmerblick auf drei Uhr!", zischt sie in mein Ohr.
Mit ihren besten Freundin Jinxy wechselt die 16-jährige Lily auf die Galilei High, einer Eliteschule. Doch der Start läuft nicht besonders gut, da ihr in jedem Fach ein Missgeschick passiert. Einmal sogar vor dem guttaussehenden Rasmus, mit dem Jinxy sie ohnehin schon verkuppeln wollte. Als er sie dann schließlich am selben Tag um ein Date bittet ist sie deshalb mehr als erstaunt. Doch dann verhält er sich ihr gegenüber wieder abweisend, ehe er ihr im nächsten Moment Nachhilfe anbietet.

Lily versucht selbst etwas über Mr. Schlafzimmerblick herauszufinden und stößt auf viele Tatsachen, die sie mehr als nur überräschen. Und schließlich muss sie sich eingestehen, dass ihr Rasmus deutlich mehr bedeutet, als das bei einem gewöhnlichen Freund ist.

Ganz zufällig stolperte ich über Kira Gembris Debütroman 'Verbannt zwischen Schatten und Licht' und da der ebook Preis wirklich nicht hoch war, wagte ich mich an den Roman. Viel hatte ich ehrlich gesagt nicht erwartet. Die Handlung schien sehr klischeehaft: Ein tollpatschiges Mädchen mit guten Noten und ein mysteriöser erstaunlich attraktiver Junge mit dem Badboyimage. Doch auch wenn das Grundgerüst von Verbannt zwischen Schatten und Licht sehr bekannt ist, warten viele Überraschungen auf den ca. 340 Seiten.

 Dabei ist es nicht so, dass die beiden Protagonisten besonders originell sind. Am Anfang waren mir sowohl Lily zu tollpatschig als auch Rasmus zu unfreundlich und so hatte ich wirklich keinen blassen Schimmer, wohin das führen sollte. Doch die Sympathie wuchs mit jeder Seite und Lilys Liebenswürdigkeit kommt immer stärker zum Ausdruck. Ihre ganzen Eigenschaften, Ängste, Wünsche und Gedanken haben sich langsam zu einer klaren Persönlichkeit zusammengesetzt und ich konnte mich schließlich gut in sie hineinversetzen.

 Der zunächst sehr unhöfliche Rasmus besitzt eindeutig das Badboyimage, welches nicht selten in diesem Genre auftaucht. Er macht einen zwar verrückt mit seinen ständig wechselnden Verhaltensweisen, aber genau das macht ihn auch zu einem interessanten Charakter. Es fällt sofort auf, wie gut er zu Lily passt und es ist nicht gerade selten, dass die Dialoge der beiden zu dem Highlight eines Kapitels werden. Sie sind oft sanft und romantisch, beinhalten aber auch viele humorvolle Akzente, die den Leser zum Schmunzeln bringen.

Mir persönlich hat sehr gefallen, dass die beiden sich für Literatur interessieren. Ein Thema in dem Roman ist nämlich auch englische Literatur, z.B. von Shakespear und wenn Rasmus dann wieder in Zitaten redet, entwickeln sich die Dialoge zu Highlights von ganzen Kapiteln.

Originell ist aber eindeutig Jinxy, Lilys beste Freundin. Sie ist verrückt und selbstbewusst und besitzt eine liebenswerte Tollpatschigkeit. Ihre Ausstrahlung bringt frischen Wind in die ganze Handlung und lockert in jeder Szene die Stimmung auf. Neben diesen Hauptcharakteren spielt in Verbannt zwischen Schatten und Licht eigentlich nur der nette Sam noch eine Rolle. Im Vergleich zu anderen Romanen hat sich die Autorin auf wenige Charaktere beschränkt. Allerdings ist das meiner Meinung nach viel besser, als wenn die meisten Figuren nur wie Lückenfüller wirken.

Zum Schreibstil kann ich nur sagen, dass er sehr flüssig und einfach gehalten ist. Zwar setzt die Autorin ab und zu humorvolle Akzente, trotzdem ist er eher unauffällig und lenkt den Scheinwerfer eindeutig auf die Handlung.

Die ist dafür sehr facettenreich. Von geheimnissvollen Einbrüchen, über einen Ball und einem Abend in einer Rumpelkammer, bis hin zu einem nervenaufreibenden Finale ist alles dabei. Die Autorin hat es geschafft, die Spannung zu variieren, sodass es nach der Einleitung nicht langweilig wird und die Spannung langsam bis zum Finale ansteigt.

Abschließend enthält Verbannt zwar schon klischeehafte Elemente, die mich persönlich aber nicht gestört haben, da Lily und Jinxy sich über viele Abläufe sogar lustig machen. Lily z.B. fragt sich warum sie, die Streberin nicht den gutaussehenden Basketballspieler bekommen kann. Außerdem baut die Autorin viele neue Ideen ein, die das ganze Klischee in die Ecke drängen.

Fazit: Ein absolut tolles Debüt! Kira Gembri überzeugt mit einer abwechslungsreichen Handlung und hat zwei Protagonisten erschaffen, die die Literatur mindestens genauso genießen wie die Leser ihres Romans. Zwar ist das Grundgerüst sehr bekannt und die Persönlichkeiten nicht gerade neu trotzdem schafft die Autorin es frischen Wind in das Genre zu bringen. Der ebook Preis ist daher wirklich zu niedrig und ein Kauf lohnt sich wirklich.

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Die Rezension ist Teil der Verbannt-Woche!
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