[REZENSION] Delirium


Früher, in den dunklen Zeiten, wussten die Leute nicht, dass die Liebe tödlich ist. Sie strebten sogar danach, sich zu verlieben. Heute und in Lenas Welt ist Amor Deliria Nervosa als schlimme Krankheit identifiziert worden. Doch die Wissenschaftler haben ein Mittel dagegen gefunden. Auch Lena steht dieser kleine Eingriff bevor, kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Danach wird sie geheilt sein. Sie wird sich nicht verlieben. Niemals. Aber dann lernt sie Alex kennen. Und kann einfach nicht mehr glauben, dass das, was sie in seiner Anwesenheit spürt, schlecht sein soll.


 It has been sixty-four years since the president and the Consortium identified love as a disease, and fourty-three since the scientists perfected a cure. Everyone else in my family has had the procedure already. My older sister, Rachel, has been disease free for nine years now. She's been safe from love for so long, she says she can't even remember its symptoms. I'm scheduled to have my procedure in exactly ninety-five days, on September 3. My birthday.

Der erste Teil der Amor-Trilogie von Lauren Oliver spielt in der Zukunkt, in der die Liebe als eine der gefährlichsten Krankheiten identifiziert wurde und es in dieser Welt darum geht sie zu vermeiden.
Um die Menschen von dieser grausamen Krankheit zu heilen, haben Wissenschaftler einen Weg gefunden, durch eine Operation die Menschen von diesen Gefühlen zu befreien. Nach dieser Heilung wird jeder einem Partner zugeteilt und muss den Rest seines Lebens mit dieser Person verbringen. 
Dabei baut die komplette Schulbildung des Systems darauf auf, die Menschen davon zu überzeugen, es wäre zu ihrem Besten und ihnen eine Angst vor der Amor Deliria Nervosa aufzuzwängen.
The most dangerous sicknesses are those that make us believe we are well.
Der 17-jährigen Lena Haloway bleiben nur noch zwei Monate bis zu ihrer Heilung, ein Ereignis auf das sie förmlich hinfiebert. Denn dann wird sie sicher sein, sicher von der Krankheit und deshalb auch glücklich. Auch wenn sie dadurch ihre beste Freundin Hana verlieren wird, da die beiden nach ihrer Heilung komplett anderer Wege gehen müssen und sich kaum noch an ihre gemeinsame Zeit erinnern werden, freut sie sich total auf ihr Leben danach.
Als jedoch Invaliden ein Chaos bei ihrer 'Evaluation' (einer Prüfung, auf deren Basis die Partner zugeteilt werden) ein Chaos anrichten, sieht sie Alex zum ersten Mal. Lena ist völlig verblüfft als er ihr fröhlich zuwinkt und lacht, da so eine Offenheit nicht üblich ist. Lena hält ihn zunächst für einen Invaliden, bis sie jedoch die Narbe sieht, die jeder Geheilte hat.

Nachdem sie durch Hanas Einfluss eine verbotene Untergrundparty besucht, trifft sie dort auf Alex. Sie ist erstaunt, dass er als Geheilter die Regeln bricht, merkt aber immer mehr wie wohl sie sich in seiner Gegenwart fühlt und verabredet sich dann schließlich mit ihm. 
Bald erzählt Alex ihr sein Geheimnis: Er ist ein Invalide und die Narbe, stammt nicht von der Heilung, sondern ist von ihm selbst als Tarnung gemacht worden. Lena ist zunächst erschrocken und will nichts von ihm wissen, bis er sie bei einer Untergrundparty vor einer Razzia schützt und sie sich näher kommen.
Durch Alex sieht sie die Welt mit anderen Augen und muss sich bald entscheiden, da der Tag ihrer Heilung immer näher rückt.
US-Cover
Es ist kaum zu übersehen wie viele Menschen Lauren Oliver mit Delirium begeistert hat.
Die Grundidee, dass die Liebe in der Zukunft als eine grausame Krankheit identifiziert wurde, die die Infizierten schließlich tötet, ist nicht grade leicht zu verdauen und die Umsetzung sehr anspruchsvoll.
Es scheint als wäre die Autorin dieser Herausforderung gewachsen, denn sie schafft es dem Leser innerhalb von ca.440 Seiten die ganze Welt in der Lena lebt, zu beschreiben.
Delirium ist ausschließlich aus Lenas Perspektive geschrieben, weshalb ihre Gedanken und die Furcht vor der Liebe, sehr ungewohnt erscheinen.. Die Mütter kümmern sich nur aus Verantwortung um ihre Kinder, die Ehepaare sind nur zusammen, weil die Regierung das so will. 
Für Lena sind diese Tatsachen etwas Normales, Sicheres. Sie wirkt ziemlich naiv und man ist beinahe geschockt wenn man bemerkt, was alles ohne Liebe fehlt.

Wenn man Lenas Naivität übersieht, dann könnte man sich ihre Gedanken und Erinnerungen tausendmal durchlesen. Lauren Olivers Schreibstil ist nämlich so anschaulich, wie bei nur wenigen Schriftstellern. Und dabei ist es nicht so, dass sie alles beschreiben würde, sondern dass sie für jedes Gefühl, jedes Bild aus Lenas Erinnerung einen passenden, manchmal auch sehr poetischen Vergleich parat hat. 
So merkt man, dass hinter Lenas Gedanken, die von den Lügen der Regierung manipuliert sind, ein liebevolles Mädchen, mit einem großen Herz steckt. Man fühlt mit ihr, und vermisst die Zeiten mit ihrer von der Liebe infizierten Mutter genauso sehr wie sie selbst.

Neben Lena, gibt es in Delirium noch Hana und Alex, die eine wichtige Rolle spielen. 
Hana ist der perfekte Gegensatz zu Lena: Sie ist laut, beliebt und scheut sich nicht davor, vor ihrer Heilung, Verbotenes zu tun. Dafür beneidet sie Lena oft, da sie sich selber als gewöhnlich, durchschnittlich sieht. Bis Alex kommt.

Das Highlight von Delirium tritt nämlich erst auf, als Alex in Lenas Leben trifft: Lenas Entwicklung und Veränderung im Verlauf des Romans. Seine Aufmerksamkeit gibt ihr Selbstsicherheit und je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto größer wird ihr Blickfeld auf die Welt. Zum Schluss ist sie eine starke Frau, die für ihre Träume kämpfen will. 
 Fazit: Lauren Oliver zeigt uns eine Welt, in der die Grundsätze unserer fehlen. Mit ihrer anschaulichen, sehr tiefgehenden Wortwahl, schafft sie es die Leser zu überzeugen. Sie hat eine Protagonistin mit einem großen Herz entwickelt, deren Entwicklung man im Verlauf von Delirium sehr gerne verfolgt. Das Ende ist jedoch nichts für Leser mit einer Abneigung gegen Cliffhanger. Lauren Oliver lässt vieles offen und macht das Warten auf Pandemonium beinahe unerträglich.

Schon als Kind hat Lauren Oliver leidenschaftlich gern Bücher gelesen und dann Fortsetzungen dazu geschrieben. Irgendwann wurden daraus ihre eigenen Geschichten. Sie hat Philosophie und Literatur studiert und kurz bei einem Verlag in New York gearbeitet.
 Lauren Oliver lebt in Brooklyn. 
Nach "Wenn du stirbst ..." erscheint auch ihr zweiter Roman bei Carlsen.

Kommentare on "[REZENSION] Delirium"
  1. Cityrella, vielen lieben Danl für deinen niedlichen Kommentar ich hab mich sehr darüber gefreut :).
    TMI ist so so so toll :) Ich weiß einfach nicht warum ich es nicht schon früher gelesen habe. Die Beziehung zwischen Jace und Clary hat mich in City of Ashes fertig gemacht. Aber ich bin jetzt bei City of Glass und ich bin mir sicher , du versprichst nicht zu viel wenn du sagst es haut mich um .

    Sehr schöne Rezi übrigens zu " Delirium" es ist eines meiner Lieblingsbücher und es freut mich das es dir auch so gut gefallen hat. Du hast absolut Recht das warten auf Pandemonium ist unerträglich aber es dauert nicht mehr so lange und dann bekommt endlich Gewissheit.

    Ganz ganz liebe Grüße ,
    Laura <3

    AntwortenLöschen
  2. Huhu cityrella,

    schau mal, ich habe Dich getagt und hoffe, es gefällt Dir und Du bist dabei???

    http://anettsbuecherwelt.blogspot.de/2012/10/tag-10-reasons-to-fall-in-love-with.html

    Liebe Grüße
    Anett.

    AntwortenLöschen
  3. Hey,
    hab wiedermal bei dir vorbeigeschaut. Das Buch ist echt klasse, ich habe den zweiten Teil auf Englisch noch unberührt und ungelesen in meinem Bücherregal stehen, haha :D
    Dein neues Design gefällt mir übrigens sehr gut!
    Und ich sehe gerade Finale kommt in 3 Tagen? Ich darf endlich wissen, wie es mit Patch und Nora weitergeht?! Oh mein Gott, bin ich aufgeregt! :D

    Liebe Grüße,
    Laura
    www.buechernixe.blogspot.com

    AntwortenLöschen