[REZENSION] tschick

 ZWEI JUNGS. EIN GEKNACKTER LADA.
EINE REISE VOLLER UMWEGE DURCH EIN 
UNBEKANNTES DEUTSCHLAND.

Autor: Wolfgang Herrndorf
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
Seiten: 254
Erscheinung: 2010
Preis: 8,99€ (Taschenbuch)

INHALT: 
Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine unvergessliche Reise ohn Karte und Kompass durch die sommerliche Provinz.

PRESSESTIMMEN: 
"Auch in fünfzig Jahren wird dies noch ein Roman sein, den wir lesen wollen. Aber besser man fängt gleich damit an." Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung
 
REZENSION:
Maik Klingenberg ist ein Außenseiter. Seinen Eltern gehört zwar eine Villa mit Pool, aber trotzdem kann er einfach nicht auffallen. Auch nicht vor Tatjana Cosic, in die er schon seit einer Ewigkeit verliebt ist. 

Schließlich kommt Andrej Tschichatschow, kurz 'Tschick' in seine Klasse und ist in Maiks Augen total unsympathisch. Er redet kaum und ist oft betrunken, außerdem läuft er immer mit dem gleichen billigen Hemd und der Jeans rum.

Am letzten Schultag vor den großen Ferien verteilt Tatjana die Karten für ihre Geburtstagsparty und lädt Maik nicht ein. Nachdem dieser mit einem gebrochenen Herzen nach Hause geht, begegnet er Tschick, welcher wie eine Klette an ihm hängt.
Am nächsten Tag kommt er ihn dann mit einem geklauten Lada besuchen und sie beschließen zu Tatjana zu fahren und ihr Maiks Geschenk, ein selbstgemaltes Bild, zu überreichen, an dem Maik monatelang gearbeitet hat.

Schließlich beschließen die beiden Urlaub zu machen, da Maiks Eltern nicht zu Hause sind und wollen mit dem Lada zu der Walachai.

'Tschick' ist einer dieser Romane von deren Inhalt der Verlag in dem Cover und Klappentext sehr wenig präsentiert. So hat man als Leser keine wirkliche Ahnung was einen da erwartet und das Cover ist auch nicht gerade vielversprechend. Man erkennt nur eine verschwommene Autobahn.

Der Schreibstil des Autors ist total angenehm. Wolfgang Herrndorf schreibt humorvoll und einfach und fesselt somit sowohl Erwachsene als auch Jugendliche.
Die Kapitel sind sehr klein, reichen grade mal über 2-4 Seiten und motivieren so auch Leute, die nicht so gern oder oft lesen. Mit der 'Ich-Perspektive' kann der Leser den Protagonisten gut verstehen und sein Leben begreifen, ohne dass es zu dramatisch wirkt und aufgesetzt.

Mit den Protagonisten verdient sich der Autor nochmal einen riesigen Pluspunkt. Sie wurden fantastisch ausgearbeitet und ihre Persönlichkeiten und Beziehungen sind spannend.
Maik ist immer ruhig, schüchtern und zurückhalten. Tschick ist da genau das Gegenteil: Er traut sich viel und ist laut. Es ist toll wie der Autor zwischen den beiden eine Freundschaft knüpfen konnte. Von den vielen verschiedenen Nebencharakteren, auf die Tschick und Maik treffen, hat mich vorallem Isa mit ihrer Art überrascht. 

Die Handlung ist in diesem Roman etwas ganz besonderes. 
In dem Roman passiert genau das, was Jugendliche auf keinen Fall tun sollten und zwar mehr als einmal. Ich habe noch nie einen Roman gelesen, in dem auf knapp 250 Seiten so viel passiert wie in 'tschick'. Ständig sind die beiden Protagonisten in irgendetwas verwickelt, treffen auf neue Personen oder geraten in Lebensgefahr. 

Fazit: 
Tschick ist ein Roman für sowohl Jugendliche als auch Erwachsene. Es fehlt nicht an Spannung, Action oder interessanten Charakteren. Zwischen den Seiten erkennt man eine Geschichte zum Nachdenken, die den Leser rührt und ihm ans Herz geht.
♥♥♥♥♥
Kommentare on "[REZENSION] tschick"
  1. Ich habe mir bisher nie Rezensionen zu dem Buch durchgelesen, weil das Cover irgendwie langweilig und der Titel so nichtssagend ist.

    Jetzt habe ich mich doch mal rangewagt und deine Rezension gelesen und ich muss feststellen: Das Buch scheint alles andere als langweilig zu sein...

    AntwortenLöschen
  2. Also langweilig ist dieses Buch bestimmt nicht ;), da geb ich dir recht. Aber Maik sollte sich dringend in Grammatik üben,ich hasse seine "Weil, wenn..." Sätze. Aber sonst hat mir das Buch auch gefallen ;)

    AntwortenLöschen
  3. Wahnsinn! Ich habe einige Rezensionen gelesen, aber deine ist wirklich was ganz besonderes. Ich finde den Aufbau auch total toll! Ich kann dir nur zustimmen, dass das Buch durch die Sprache und die kurzen Kapitel wirklich sehr zugänglich ist. Auch die Figuren finde ich sehr authentisch. Obwohl man nicht so viel über die Vorgeschichte erfährt, kann man sie durch die Dialoge wirklich gut greifen.

    Heute startet ja auch endlich der Film. Ich durfte ihn vorab schauen und habe einen Beitrag drüber erfasst, in dem ich auch auf das Buch eingehe. Vielleicht hast du ja Lust mal vorbeizuschauen. :)

    Liebe Grüße
    Katharina von
    Großstadtgedanken

    AntwortenLöschen