[REZENSION] Rubinrot

  "Du kennst mich doch überhaupt nicht!", schnaubte ich.
"Mag sein", sagte Gideon. " Aber ich kenne haufenweise Mädchen wie dich. Ihr seid alle gleich" S.254

Autor: Kerstin Gier
Verlag: Arena
Seiten: 343
Erscheinung: Januar 2009
Preis: Gebunden: 15,99€
Empfohlen:ab 12 Jahren
Amazon Gebunden


INHALT:
Manchmal ist es ein echtes Kreuz, in einer Familie zu leben, die jede Menge Geheimnisse hat. Der Überzeugung ist zumindest die 16jährige Gwendolyn. Bis sie sich eines Tages aus heiterem Himmel im London um die letzte Jahrhundertwende wiederfindet. Und ihr klar wird, dass ausgerechnet sie das allergrößte Geheimnis ihrer Familie ist. Was ihr dagegen nicht klar ist: Das man sich zwischen den Zeiten möglichst nicht verlieben sollte. Denn das macht die Sache erst recht kompliziert!


DER ERSTE SATZ:
Während sie sich auf die Knie fallen ließ und anfing zu weinen, schaute er sich nach allen Seiten um.

MEINUNG:
 Rubinrot ist der erste Teil der 'Edelstein'-Trilogie von Kerstin Gier.
Die Geschichte wird erzählt von der 16-jährigen Gwendolyn Shepherd, welche zusammen mit ihrer außergewöhnlichen Familie in England wohnt.

In Gwendolyns' Familie gibt es ein 'Gen', welches dem Genträger ermöglicht durch die Zeit zu reisen. Alle sind davon überzeugt die derzeitige Genträgerin sei Gwendolyns Cousine Charlotte. Gwendolyn ist das nur Recht, denn auf den besonderen Vorbereitungsunterricht, der Charlotte kein bisschen Freizeit ermöglicht, ist sie bestimmt nicht eifersüchtig. Trotzdem stört sie der ständige Vergleich mit Charlotte und es scheint als sei die einzige Person, die sie versteht ihre beste Freundin Leslie.

Doch dann springt Gwen durch die Zeit und in der Familie Montrose (Stepherd) gerät alles außer Kontrolle. Schließlich nimmt Gwen Charlottes Platz ein und ein Eifersuchtskampf bricht aus, welcher hauptsächlich von Charlottes Mutter kommt.

In der Organisation der zeitreisenden 'Wächter' muss Gwen mit Gideon, dem zweiten Zeitreisenden ihrer Generation eine schwierige Aufgabe bewältigen. Zunächst ist Gideon Gwen gegenüber sehr arrogant und hochnäsig, vergleicht sie mit Charlotte und versucht nicht gerade sich mit ihr anzufreunden. Aber auch das ändert sich im Verlauf des Buches.

Die Grundidee von Rubinrot ist etwas außergewöhnliches und neues (nach den ganzen Vampiren & Werwölfen). Der Schreibstil von Kerstin Gier ist einfach und entspannend. Der Leser wird nicht sofort mit unzähligen Informationen beschossen, die er verarbeiten muss. Trotzdem ist er in keinem Fall langweilig. Nicht selten bringt sie humorvolle Akzente ein, die den Leser zum Schmunzeln bringen und auch die Charaktere sind sehr authentisch beschrieben.

Allgemein hatte die Autorin ein sehr gutes Händchen bei den Charakteren. Als Leser entwickelt man sofort Sympathien und Antipathien. So ist Gwendolyn eine sehr sympathische Protagonistin, aus deren Gedanken man sofort versteht, wie schwer es ist mit Leuten unter einem Dach zu wohnen, die einen ununterbrochen vergleichen und unter Druck setzen.

So sehr man Gwendolyn mag, so sehr verabscheut man auch ihre Tante Glenda. Da Charlotte doch nicht die Genträgerin ist, versucht sie in ihrer Eifersucht Gwens Leben zu erschweren. So sind Kommentare wie

"Gucken sie sich Gwendolyn doch nur an!"

nicht gerade selten.

Gideon ist als männlicher Protagonist, der einzige bei dem man am Anfang nicht sicher ist, ob er nett oder einfach nur arrogant ist. Einmal ist er nett zu Gwen, das nächste Mal redet er wieder von oben herab mit ihr. Wenn man grade anfängt ihn zu mögen, dann ist das Buch auch schon vorbei.

50 Seiten mehr hätten dem Roman deshalb nicht schlecht getan. Besonders fällt das bei Gideons und Gwens Beziehung auf. An einem Tag streiten sie sich und am nächsten scheint es als würde sich da schon eine richtige Liebesbeziehung anbahnen. Mir persönlich hätte es mehr gefallen, wenn sie mehr Zeit hätte sich zu entwickeln oder Gideon einfach früher aufgetaucht wäre.

Im Gegensatz zum Cover haben mir besonders die außergewöhnlichen Namen gut gefallen. Es ist schön zur Abwechslung mal über Personen zu lesen, deren Namen man nicht jeden Tag hört.

Fazit: Rubinrot ist ein guter Start in die Trilogie. Die Charakteren sind sehr gut ausgearbeitet und authentisch, was die Grundlage dieses Lesevergnügens ist. Kerstin Gier schafft eine spannende Welt ganz ohne Werwölfe und Vampire, die dennoch ebenso fesselnd ist. Leider kommen einige Entwicklungen zu plötzlich wie die Liebesbeziehung zwischen Gwen und Gideon.

Ähnliche Beiträge: 
1 Kommentar on "[REZENSION] Rubinrot"