[REZENSION] Nennt mich nicht Ismael !

Autor: Michael Gerard Bauer
Verlag: dtv
Seiten: 299
Erscheinung: 2006 auf Englisch, 2008 auf Deutsch
Originaltitel: Don't call me Ismael !

INHALT:
 Die perfekte Gebrauchsanweisung gegen Mobbing
Es gibt ungewöhnliche, unaussprechliche und unerträgliche Vornamen - und es gibt den Vornamen Ismael. Das ist der schlimmste - findet Ismael. Doch Ismael hat gelernt, auf Spott und Angriffe zu reagieren: Abtauchen! Das ändert sich schlagartig, als James Scoobie in die Klasse kommt. Im Gegensatz zu Ismael hat er vor niemandem Angst. Gegen Klassenrowdys hat er seine ganz eigene Waffe: die Sprache. Um sie zu schulen, gründet er einen Debattierclub. Doch Ismael hat panische Angst, vor Publikum zu sprechen. Wären da nicht seine eigenwilligen Debattier-Kollegen, würde das vermutlich auch so bleiben. Aber weil sie sich wortgewaltig für ihn einsetzen, steht auch Ismaels verbalem Aufstand bald nichts mehr im Wege.

DER ERSTE SATZ:
Ich weiß nicht wie ich es sagen soll, deshalb sage ich es einfach geradeheraus - es wird Zeit, sich der Wahrheit zu stellen: Ich bin vierzehn Jahre alt und leide am Ismael-Leseur-Syndrom.

MEINUNG:
 Ismael geht auf das St Daniels Boys College, hat eine überdurchschnittlich intelligente Schwester und hat es überhaupt nicht ganz einfach im Leben: Denn Ismael wird gemobbt.
Er selber ist der Überzeugung er würde an einer Krankheit leiden - dem Ismael-Leseur-Syndrom - und gibt seinen Eltern die Schuld für das Verhalten seiner Mitschüler.

Vorallem der Draufgänger Barry Bagsley hat es auf ihn abgesehen und nutzt jede Gelegenheit um ihn zu schickanieren und macht ihn ständig fertig mit dem Vorwand, er hätte einen dummen Namen.
Ismael zieht sich langsam von der Öffentlichkeit zurück, bis der seltsame James Scoobie auf die High School kommt und die Klasse eine neue Klassenlehrerin bekommt: Miss Tarango.

James hält den Mobbingangriffen Barry Bagsleys stand und wird ein Vorbild für den rückhaltenden Ismael. Aber auch Miss Tarango hinterlässt einen guten Eindruck bei Ismael, wenn sie ihm zeigt wie machtvoll Sprache sein kann.

Ismael tritt in den Debattierclub der Schule ein und bald schon merkt er, wie er Barry Bagsley endlich die Stirn bieten kann: Mit der Macht der Sprache.

Zuerst war ich etwas skeptisch über diesen Bestseller-Roman, da er witzig sein sollte und ich mir ein so ernstes Thema wie Mobbing nicht in einem Roman voller Humor einfach nicht vorstellen konnte.
Aber ich merkte sehr schnell, dass 'Nennt mich nicht Ismael!' sich von anderen Büchern über Mobbing unterscheidet.

Die Gedanken von Ismael, die voller Selbstzweifel sind, sind voller Humor beschrieben und regen trotzdem zum Nachdenken an. Vorallem so reale Charaktere wie der draufgängerische Barry, der verträumte Bill und zuletzt der spießig wirkende, aber mutige James machen den Roman zu dem was er ist.

Mich persönlich hat der etwas langweilige Anfang gestört, indem Ismael seine Theorien zu seiner ausgedachten Krankheit auflistet. Diese Schwäche wird aber von der humorvollen und detaillierten Wortwahl des Autors ausgeglichen.

Fazit: 'Nennt mich nicht Ismael ist ein etwas anderer Roman über Mobbing, der jedoch alles enthält: Von Ereignissen zum Nachdenken, witzigen Passagen und Dialogen bis zu einer Liebesgeschichte. Es ist zusätzlich für mehrere Altersgruppen geeignet und trotzdem spannend bis zur letzten Seite.


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